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International Syrien-Gespräche enden mit «kleinem gemeinsamen Nenner»

Nach stundenlangen Verhandlungen in Genf haben sich Russland und die USA zu einer Waffenruhe in Syrien bekannt – doch wie sie durchgesetzt werden soll, ist offen. Experten beider Länder sollen in den kommenden Tagen Fragen klären.

Legende: Video Kerry und Lawrow bei Syrien-Treffen in Genf abspielen. Laufzeit 2:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.08.2016.

Neue Hoffnung für Syrien? Die USA und Russland haben sich auf das Ziel einer Waffenruhe im Syrien-Konflikt verständigt. Jedoch müssen noch etliche Einzelheiten geklärt werden, erklärten die Aussenminister beider Länder, John Kerry und Sergej Lawrow, nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen in Genf.

Wir wollen keine Vereinbarung, die nicht durchsetzbar wäre
Autor: John KerryUS-Aussenminister

Ungeachtet aller Appelle von Hilfsorganisationen wurde bei den Ministergesprächen kein Verbot für Luftangriffe in der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo erreicht. Lawrow sagte dazu: «Wir reden nicht davon, dass jemand nicht mehr fliegt. Wir reden darüber, dass die Luftwaffe, die am syrischen Himmel aktiv ist, effektiv (die islamistischen Terrororganisationen) IS und Al-Nusra bekämpft.»

Kerry sagte, es gehe darum, eine zuverlässige Waffenruhe zu erreichen. «Wir wollen keine Vereinbarung, die nicht durchsetzbar wäre.» Zwischen Washington und Moskau seien die meisten technischen Fragen über Schritte zu einer Waffenruhe und zur Verbesserung der humanitären Nothilfe in Syrien geklärt worden, betonte Kerry.

Legende: Video Türkische Panzer in Syrien abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.08.2016.

Lawrow spricht von Fortschritt

Auch Lawrow erklärte, man sei sich beim Ziel einer Kampfpause und Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen den Konfliktgegnern einig. «Wir haben unsere Bemühungen fortgesetzt, die Gebiete zu reduzieren, bei denen es noch an gegenseitigem Verständnis und Vertrauen fehlt», erklärte der russische Minister. Dies sei ein Fortschritt.

Lawrow ergänzte, Russland habe erstmals von den USA eine Liste derjenigen syrischen Gruppen erhalten, die sich über die internationale Koalition einer Waffenruhe anschliessen wollten. «Ohne eine Abgrenzung zwischen normalen, gesunden Oppositionskräften und Terroristen sehe ich keine Möglichkeit, eine wirklich dauerhafte und vollgültige Einstellung der Kampfhandlungen zu erreichen», sagte er. In dieser Frage hätten sich Russland und die USA einander genähert.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Milan Darem (Mannausorient)
    Wer heute noch glaubt dass es dort um IS geht, verdient die höchste Ehrung der Naivität... Es ist verdammt schade dass Milionen von Menschen das mit ihrem Blut und Verlust von liebsten bezahlen müssen. Unendlich traurig...
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  • Kommentar von Tamer Aboalenin (Tamer)
    Kerry und Lavrov arbeiten sehr hard für ein neues Sykes-Picot-Abkommen für die Region. Beide vergessen aber, daß die Welt 2016 nicht das gleiche wie es im Jar 1915 war. Die Region wird in mehr Chaos sinken und Europa wird noch mehr Flüchtlinge aufnehmen muss. Extremismus und Gewalt werden zunehmen.
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  • Kommentar von Chasper Stupan (kritischabündner)
    Bin erfreut und nachdenklich. Es ist immer gut, wenn sich zwei Parteien auf eine Waffenruhe, Friedensgespräche oder sonstwas Schönes einigen. Aber wie zynisch ist es, dass nicht die direkt Beteiligten sondern die USA und Russland sich einigen müssen und wie peinlich ist es, dass dies erst nach fünf Jahren, unzähligen Toten und über 10 Mio. flüchtenden Menschen geschieht ...
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