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International Syrien kann C-Waffenvernichtungsplan nicht einhalten

Die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen wird nach Einschätzung von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nicht fristgerecht bis zum 30. Juni abgeschlossen sein.

Ein Mann in weissem Overall und Helm vor einer Industrieanlage.
Legende: Auf dem umgebauten US-Kriegsschiff MV Cape Ray sollen die syrischen C-Waffen unschädlich gemacht werden. Reuters

Bis Ende Juni sollen rund 500 Tonnen C-Waffen, wie Senfgas, Sarin oder das Nervengas VX unschädlich gemacht werden. So lautete der Auftrag im vergangenen Jahr.

Doch nun knapp einen Monat vor Ablauf der Frist die Ernüchterung: Der Fahrplan kann nicht eingehalten werden. Das geht aus einem Brief des UNO-Generalsekretärs vom 23. Mai an den UNO-Sicherheitsrat hervor.

92 Prozent der syrischen Chemiewaffen seien bereits ausser Landes gebracht worden, heisst es weiter im Begleitbrief zum jüngsten Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Die noch verbleibenden Waffen sind laut OPCW bereits verpackt und könnten abtransportiert werden, sobald die Sicherheitsbedingungen in Syrien dies zuliessen.

Generalsekretär Ban forderte die Regierung in Damaskus in dem Schreiben auf, ihren Verpflichtungen «so schnell wie möglich» nachzukommen.

Kämpfe verzögern den Abtransport

Die gefährlichsten Bestandteile des chemischen Waffenarsenals sollten laut dem internationalen Abkommen vom vergangenen Herbst eigentlich schon bis Ende 2013 zum Abtransport in den syrischen Hafen Latakia gebracht werden. Doch wegen der Kampfhandlungen in dem Bürgerkriegsland gab es immer wieder Verzögerungen.

Die Chemiewaffenbestände werden von Latakia nach Italien gebracht und dort zur vollständigen Zerstörung auf ein US-Kriegsschiff verladen. Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad hatte der Vernichtung der Kampfstoffe zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Chemiewaffeneinsatzes im Sommer 2013 bei Damaskus einen Militärangriff angedroht hatten.

7 Kommentare

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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Inzwischen ist dieses Spiel auch klar. Man brauchte einfach einen Grund, um die Sanktionen gegen Syrien zu verlängern. Assad hat ja eingelenkt, aber das will man ja offensichtlich gar nicht. Man will ihn einfach weg haben um eine USA-Marionette zu installieren.
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  • Kommentar von T. Hofer, Rosshäusern
    Warum werden die Chemiewaffen nicht in die Nahegelegene Türkei, zum tzreuen US-Bündnispartner gebracht. Die könnten Sie dann auch wieder an die Terroristengruppen in Syrien verkaufen, was die aufwendige Entsorgung erspart und dank kurzen Transportwegen ökologisch sinnvoll wäre. So würde bei Untersuchungen nach deren Einsatz auch nicht nochmal raus kommen, dass es sich C-Waffen aus türkischen Beständen handelt und liesse sich die Schuld noch viel einfacher auf die syrische Regierung abschieben,,,
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Kann oder will nicht????
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./Und welche Logik sollte hinter dem"will nicht"stecken?Wenn schon,dann hätte der grosse"Rest"(92 Prozent)auch nicht abgegeben werden sollen.Immer wieder erstaunlich wie über Medienmitteilungen mit den niedrigsten Gedankengängen und Veranlagungen(Misstrauen,Zweifel,Diskriminierung,Neid,Boshaftigkeit)der Menschen"gespielt"wird.Grässliche Geistesgifte!Auf dieser"Klaviatur lassen sich offenbar die donnerndsten"Opern"spielen.Einfach nur widerlich.Keinerlei Beachtung schenken ist das"Gegengift".
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wohl eher will nicht. Assad will alle Optionen offenhalten.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      A.P./Mit einem Restbestand von 8%,der aus Sicherheitsgründen nicht verladen werden kann?Die Schlange klappert mit ihren Kiefer und lässt ihre "Giftzunge"vorschnellen!Wie wär's mit einer Fristverlängerung oder"gaht jetzt dänn wäge dem d'Wält na under?"(Schlangen und Otterngezücht!)
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    4. Antwort von T. Hofer, Rosshäusern
      @Albert Planta: Tolle Optionen. Wieder neue Diskussionen mit dem Westen, vielleicht ein paar Sanktionen oder auch mal eine Kriegsandrohung. Genau das was man braucht, wenn man gegen unzählige Terroristengruppen an mindestens ebenso vielen Fronten das nackte Leben der noch übrigen Zivilbevölkerung verteidigt. Vor dem Hintergrund, dass dieses beisspiellose Gewaltchaos in der Folge einer missglückten westlichen Kontrollübernahme durch Destabilisierung entstand, gibt einem dass sicher voll den kick!
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