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Machtspiele im Nahen Osten Syrien-Krieg: Russland geht, Iran bleibt

Legende: Audio Nach Syrien-Einsatz: Russland geht, Iran bleibt abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
1:56 min, aus HeuteMorgen vom 07.01.2017.

Als erstes holt Russland den betagten Flugzeugträger «Admiral Kusnezow» und seine Begleitflotte von der syrischen Küste zurück. Im Krieg spielten sie ohnehin keine wesentliche Rolle. Bald sollen weitere Truppeneinheiten folgen.

Moskau will nicht riskieren, im grossen Stil Opfer zu bringen im Bürgerkrieg. Zumal es seine Ziele allesamt erreicht hat: Die Marinebasis Tartus bleibt erhalten. Ebenso ein Luftwaffenstützpunkt. Man erwies sich zudem als treuer Alliierter des Assad-Regimes.

Syrien-Krieg nicht zu Ende

Russland zeigte überdies, dass man zu militärischen Aktionen auch fern der eigenen Grenzen imstande ist – und konnte nebenbei neue Waffensysteme im Ernstfall testen. Und vor allem: Russland verschuf sich Prestige, indem es dem Westen die Stirn bot und eroberte so seinen Grossmachtstatus auf der Weltbühne zurück.

Im Kreml ist allen klar: Der Syrien-Krieg ist mit der Rückeroberung von Aleppo von den Rebellen keineswegs zu Ende. Doch für Russland ist das dauerhafte Überleben des Assad-Regimes und überhaupt Syrien weitaus weniger wichtig als für den Iran.

Erfolg nicht verspielen

Moskau will keinesfalls riskieren, den aktuellen Erfolg wieder zu verspielen in einem Konflikt ohne absehbare Lösung. Russische Militärplaner arbeiten deshalb schon länger an ihrer Exit-Strategie. Der Iran hingegen spielte bereits bisher an der Seite von Diktator Baschar al-Assad die grössere Rolle als Russland, obschon das im Ausland weniger beachtet wurde.

Während Moskau Damaskus vor allem diplomatisch und mit Luftschlägen unterstützte, half Teheran auch finanziell in grossem Stil und mit Bodentruppen – mit eigenen Elitetruppen und verbündeten Milizen wie der Hisbollah und tausenden von schiitischen Kämpfern aus dem Irak und von anderswo.

Teheran strebt Schlüsselstellung an

Der Iran strebt dauerhaft eine Schlüsselstellung in Syrien an. Er will unbedingt verhindern, dass in Damaskus eine sunnitische Regierung an die Macht gelangt. Das Land ist im iranischen Dominanzstreben im Nahen Osten entscheidend und ermöglicht eine direkte Verbindung zum Mittelmeer und zur libanesischen Filiale Hisbollah.

Für Russland war das militärische Engagement in Syrien ein Mittel zum Zweck und zeitlich befristet, für den Iran ist es der Zweck selber und dauerhaft.

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