Syrien: Übergangsregierung für «befreite Zonen»

Die Opposition will für die von ihr kontrollierten Gebiete eine Übergangsregierung bilden. Darauf einigte sich das grösste Oppositionsbündnis Nationale Koalition. Über mögliche Kandidaten wurde zunächst nichts bekannt.

Der Sprecher der Nationalen Koalition sagte, über die Zusammensetzung einer Regierung für die Verwaltung der «befreiten Zonen» und ihren Chef solle bei einem weiteren Treffen am 2. März entschieden werden. Dieses soll nach Angaben anderer Oppositionspolitiker in Istanbul stattfinden.

Die verschiedenen Strömungen des Bündnisses hätten sich bei zweitägigen Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo auf diesen Fahrplan verständigt. Dabei sei ein Kompromiss zwischen der einflussreichen Muslimbrüderschaft und den Befürwortern einer raschen Regierungsbildung erzielt worden. Über mögliche Kandidaten wurde zunächst nichts bekannt.

Bei den Gesprächen ging es vor allem um den Vorstoss des Chefs der Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Chatib, Verhandlungen mit Vertretern der Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufzunehmen. Diese Initiative war international auf grosse Zustimmung gestossen, der Syrische Nationalrat – eines der wichtigsten Mitglieder der Nationalen Koalition – hatte sich aber dagegen ausgesprochen.

Anschläge in Aleppo und in Raka

Derweil riss die Welle der Gewalt in dem krisengeschüttelten Land nicht ab. Insgesamt drei Raketen töteten in Aleppo mindestens zwölf Zivilisten und verletzten 50 weitere Menschen. Dies sagte der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Die Geschosse seien in Tarik al-Bab, einem Viertel im Osten der Stadt, eingeschlagen und hätten mehrere Wohnhäuser zerstört. Mehr Opfer könnten unter Trümmern begraben sein.

In Raka, ebenfalls im Norden Syriens, erschossen Sicherheitskräfte einen Demonstranten. Er hatte an der freitäglichen Demonstration gegen die Regierung Assads teilgenommen.