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International Syrien: Vom Arabischen Frühling in die Hölle des Bürgerkriegs

Ausgerufene Waffenruhe und Syriengespräche in Genf – auf dem Papier tönt das alles nach Entspannung. Die Realität im Land sieht nach fünf Jahren des Bürgerkriegs aber anders aus. Die internationale Allianz ist dabei nicht ganz unschuldig.

Zerstörtes Gebäude in Aleppo.
Legende: Der Wiederaufbau in Syrien dürfte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Reuters

Das fünfte Jahr des syrischen Bürgerkriegs ist nach Ansicht von Hilfsorganisationen das bisher schlimmste seit Ausbruch des Konflikts gewesen. Die Kriegsparteien hätten weiter verheerende Schäden angerichtet, zunehmend Hilfe blockiert und mehr Regionen unter Blockade gestellt, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Bericht von 30 Hilfsorganisationen.

Sie riefen die USA, Russland, Frankreich und Grossbritannien auf, den Hoffnungsschimmer zu schützen, den die Waffenruhe gebracht habe, anstatt «Öl ins Feuer zu giessen». Diese vier Staaten könnten zentrale Akteure sein, um zu einem Ende des Leidens Syriens beizutragen.

Legende: Video Die einstige Millionenstadt Homs ist nur noch eine Ruine abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 11.03.2016.

Dieselben Regierungen, die sich auf internationale Resolutionen geeinigt hätten, heizten den Konflikt weiter an, erklärten die Organisationen. Zu den Unterzeichnern gehören Care International, Save the Children, Oxfam International, Syrian American Medical Society (Sams) und der Norwegian Refugee Council (NRC).

Vom Protest zum Bürgerkrieg

Der Aufstand in Syrien hatte im März 2011 mit Demonstrationen gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad begonnen. Nachdem die Regierung die Proteste mit Gewalt niederschlagen liess, verwandelte sich der Konflikt nach und nach in einen Bürgerkrieg. Die UNO spricht bislang von mindestens 250'000 Toten. Seit rund zwei Wochen gilt eine Waffenruhe, die weitgehend hält. In Genf sollen in den nächsten Tagen die Anfang Februar ausgesetzten Friedensgespräche weitergehen.

In den vergangenen zwölf Monaten seien mindestens 50'000 Menschen in Syrien getötet und fast eine Million in die Flucht getrieben worden, erklärten die Hilfsorganisationen weiter. 1,5 Millionen Syrer bräuchten humanitäre Hilfe. Zugleich habe sich die Zahl der Menschen in Gebieten unter Blockaden nach UNO-Schätzungen auf fast 500'000 verdoppelt, heisst es weiter. Im vergangenen Jahr seien so viele Krankenhäuser wie noch nie angegriffen worden.

Obwohl der Bedarf steige, sei es schwieriger denn je, Hilfe zu den Notleidenden zu bringen. Auch wenn nun Hilfskonvois einige belagerte Gebiete erreichen könnten, blieben riesige Landstriche Syriens ohne Unterstützung, da die Hilfsorganisationen von allen Konfliktparteien blockiert, angegriffen oder drangsaliert würden. Eine wesentliche Hürde für die Lieferung von Hilfsgütern seien Luftangriffe Russlands. Diese hätten auch zivile Infrastruktur getroffen und zerstört.

Friedensplan der UNO

Im Bürgerkriegsland Syrien sollen in spätestens anderthalb Jahren unter UNO-Aufsicht ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt werden. Das ist der Plan des Sondergesandte Staffan de Mistura für die Friedensverhandlungen in Genf von kommender Woche.

5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich hoffe, dass genau dies der Beweis für den Westen ist, dass er die Finger von allen fremden und fremdartigen Ländern lässt. Es geht uns nichts an, wie andere Länder regiert und geführt werden. Wenn eine Regierung das Gefühl hat, dass ein Land ungerecht mit seiner Bevölkerung sei, kann er das höchstens in einem Gespräch anständig erwähnen + je nach Reaktion auch diskutieren. Der Westen, vor allem die EU +Obama, glaubten in der Vergangenheit, dass sie das Recht hätten, andere Länder zu ändern.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    "Eiine wesentliche Hürde für die Lieferung von Hilfsgütern seien Luftangriffe Russlands. Diese hätten auch zivile Infrastruktur getroffen..." ALLE!!! Luftangriffe treffen auch zivile Ziele. Die einseitigen Darstellungen und Anschuldigungen schüren ein Feindbild - und tragen nichts zu Lösungen bei. Russland hat mit seinem Eingreifen erst die Wiener Friedensgespräche ermöglicht. Hoffentlich kann dieser Prozess weiter geführt und ein Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt werden.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    USA, F, und GB haben wieder Idee gehabt Samen der Demokratie irgendwo zu pflanzen.
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