Zum Inhalt springen

International Syrische Opposition doch in Genf dabei

Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe HNC hat ihre Teilnahme an den Genfer Friedensverhandlungen für das Bürgerkriegsland doch noch zugesagt. Am Abend begannen in Genf die ersten Gespräche mit Vertretern der syrischen Regierungsseite.

Legende: Video Ein Teil der Opposition doch in Genf abspielen. Laufzeit 1:06 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 29.01.2016.
  • UNO-Sonderbeauftragter de Mistura traf am Freitag in Genf Regimevertreter zu ersten Konsultation.
  • Von Saudi-Arabien unterstützte Oppositionsvetreter sollen Abend in Genf eintreffen und am Sonntag mit de Mistura zusammentreffen.
  • Vorerst keine direkten Gesprächsrunden zwischen den Konfliktparteien geplant.

Der von Saudi-Arabien unterstützte Hohe Verhandlungsrat (HNC) kündigte am Freitagabend an, er werde eine Delegation nach Genf entsenden. Man wolle die Ernsthaftigkeit «der anderen Seite» in Gesprächen mit UNO-Vertretern auf den Prüfstand stellen. Das Komitee mit Sitz in Riad ist eine Allianz bewaffneter und ziviler Gegner der Assad-Regierung und will nach eigenen Angaben «rund 30 bis 35» Abgesandte schicken.

Bereits Einschränkungen gemacht

Die Ankunft der Delegation in der Schweiz wird für den Abend erwartet. Allerdings werde sie nicht in Verhandlungen eintreten, bevor ihre humanitären Forderungen nicht erfüllt seien, sagte ein HNC-Sprecher.

Der TV-Nachrichtensender al-Arabiya al-Hadath berichtete, der Sinneswandel sei durch Garantien der USA und der Vereinten Nationen zustande gekommen. Der HNC hatte ein Ende der Bombardierungen zur Bedingung für eine Teilnahme an Friedensverhandlungen gemacht.

Staffan de Mistura zeigt mit der rechten Hand in die Ferne
Legende: Gibt die Richtung vor: UNO-Sondervermittler Staffan de Mistura Keystone

Gespräche mit syrischer Regierungsdelegation

Am Nachmittag hat der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura in Genf erste Gespräche mit Vertretern der syrischen Regierungsdelegation aufgenommen. Nach einer ersten Konsultationsrunde sagte der Diplomat, er gehe davon aus, am Sonntag mit einer Delegation der Opposition sprechen zu können. Eine formelle Zusage der Opposition dafür habe er aber noch nicht erhalten.

Vorerst keine Gespräche im Plenum

Zunächst sind indirekte Gesprächsrunden geplant, in denen de Mistura einzeln mit den verschiedenen Parteien spricht. Verhandlungen mit allen Seiten an einem Tisch stehen noch nicht an. Die erste Phase dürfte nach Einschätzung de Misturas zwei bis drei Wochen dauern und soll einen «echten Waffenstillstand» zum Ziel haben.

Bei den Gesprächen sollen Vertreter der Regierung und der Opposition nach fünf Jahren Bürgerkrieg unter Vermittlung der UNO über die Zukunft des Landes verhandeln. Es ist der dritte Versuch, den Konflikt politisch zu lösen. Zuletzt fand Anfang 2014 ein Gipfel statt.

Fast fünf Millionen Syrer geflüchtet

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind mehr als 250'000 Menschen ums Leben gekommen. 4,6 Millionen Syrer sind nach UNO-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflohen, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst vertrieben. 13,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Solange bei solchen Konferenzen zwischen Pest und Cholera (und das in mehrfacher Ausführung) entschieden werden muss, wird die Lage in ganz Nahost kaum zu stabilen Verhältnissen führen. Solange Kriegshetzer nicht als solche benannt werden, ist auf lange Sicht keine Besserung in Sicht. Opfer bleiben die Bevölkerungen diverser Länder, die keine Chance haben, in ihren Länder etwas aufzubauen. Ihnen bleibt nur Verzweiflung oder Radikalisierung. Gemässigte werden kaum gehört.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Zehn Parteien kriegen nun in Syrien. Das sollte eine Warnung an alle GSoA-Fans sein, welche unsere Armee abschaffen wollen. Jedes Land hat seine Armee oder viele fremde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Wenigstens ein erster Schritt. Das wird ein langer Weg. Und ohne Lösung für die Kurden wird es sowieso kein Frieden geben. Aber jetzt sind in erster Linie die grossen muslimischen Parteien gefordert. man kann nur hoffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen