Zum Inhalt springen

International Syrische Rebellen erobern IS-Hochburg Dabik

Schlag mit hoher Symbolwirkung: Syrische Rebellen haben mit türkischer Unterstützung den «Islamischen Staat» aus dem nordsyrischen Ort Dabik vertrieben. Für die Terrormiliz ist das ein herber Rückschlag. Dabik war für sie ein symbolisch bedeutender Ort und gar der Name des IS-Propaganda-Magazins.

Legende: Video «Islamischer Staat aus Dabik vertrieben» abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.10.2016.

Dabik ist nur eine kleine Stadt inmitten der syrischen Wüste, nördlich von Aleppo. Strategisch hat sie keine Bedeutung, symbolisch ist sie aber umso wichtiger: Für die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) war Dabik ein wichtiges Element ihrer Propaganda. Sogar sein Propagandamagazin «Dabiq» hatte der IS nach dem Ort benannt, aus dem er nun fliehen musste.

Kartenausschnitt Syrien.
Legende: Der Islamische Staat (besetzte Gebiete schraffiert) wurde aus dem nordsyrischen Ort Dabik vertrieben. SRF

Syrische Rebellen mit türkischer Unterstützung vertrieben den IS aus Dabik, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mittteilte. Auch eine Rebellengruppe innerhalb der «Freien Syrischen Armee» teilte mit, sie habe Dabik mit Unterstützung türkischer Panzer und Kampfflugzeuge erobert. Derzeit würden Strassen und Häuser nach letzten Widerstandsnestern der IS-Dschihadisten durchkämmt. Auch die türkische Armee verkündete die Einnahme.

Endkampf-Mystik des IS

Seit der Einnahme des Ortes nahe der türkischen Grenze im Jahr 2014 beschworen die IS-Extremisten den mythischen Charakter der Stadt Dabik. Nach islamischer Lehre wird der Endkampf zwischen Muslimen und ihren Feinden vor dem Jüngsten Tag womöglich in Dabik oder Amak stattfinden.

Die Türkei war zusammen mit verbündeten Rebellen im August in Syrien vorgestossen, um sowohl die Dschihadisten als auch die kurdischen Truppen südlich seiner Grenze zu bekämpfen. Die türkischen Streitkräfte beteiligen sich zufolge mit Panzern und Kampfjets am Vorstoss gegen den IS.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, in Nordsyrien solle eine 5000 Quadratkilometer grosse «sichere Zone» geschaffen werden. Am Samstag hatten protürkische Verbände eine grosse Offensive auf Dabik gestartet.

12 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Erdogan kommt nun mit Hilfe dieser "Rebellen" (Rebellen sind gute Terroristen oder was?) seinem Traum über ein grosstürkisches Reich, das den Norden Syriens enthält, ein bisschen näher.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Diese "Rebellen" und die Kämpfer des Daesh (IS) sind Brüder im Geiste. Die sind untereinander mehr verbündet, als das sie gegeneinander kämpfen. Die streiten sich bestenfalls darüber, wer mehr finanzielle Hilfe aus KSA und Katar bekommt. Es gibt keinen besonderen Grund zur Freude, wenn islamische Extremisten durch andere islamische Extremisten ersetzt werden und an diese auch noch Land verlieren. Für die geschundene Bevölkerung ändert sich nämlich weiterhin gar nichts.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Milan Darem (Mannausorient)
    Die Türkei ist ein Staat wie vielen andren, CH, USA, RU, CN etc. Sie setzt sich für eigenes Interesse ein. In letzten Jahren wurden in der TR unzählige Bombenanschläge ausgeübt. Von PKK und IS. Könnt ihr alles etwas nüchtern betrachten dass die Türkei für eigenes Interesse dort ist? Wollt ihr dass die ganze Welt so denkt wie ihr denkt und glaubt was ihr glaubt? Im Irak z.B. befinden sich militärisch aktuell 63 Staaten. Offenbar ist nur die Türkei, die stört. Warum? Neid? Angst? Rassismus?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen