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International Syrische Rebellen haben Massaker verübt

Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen die syrischen Rebellen: Im August hätten sie Massaker an Zivilisten verübt. 190 Menschen seien getötet worden – darunter auch Familien auf der Flucht.

Am 4. August soll es passiert sein: Ein Massaker in zehn alawitischen Dörfern im Nordwesten Syriens. Mindestens 190 Zivilisten seien bei dem Überfall in der Küstenprovinz Latakia von Dschihadisten und Aufständischen ermordet worden.

Legende: Video Human Rights Watch Bericht über Massaker in Syrien abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.10.2013.

Im Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) heiss es weiter: 67 Menschen seien regelrecht hingerichtet worden.

Für den Bericht führte HRW 35 Interviews, darunter mit mehreren Überlebenden des Angriffs. Die Organisation erstellte bei ihrer Untersuchung vor Ort eine Liste mit den Namen der Toten. Ihr zufolge befinden sich 57 Frauen und 18 Kinder unter den Opfern. Die 67 Menschen, die gezielt hingerichtet wurden, seien nicht bewaffnet gewesen und hätten keine Bedrohung dargestellt, teilweise hätten sie sich sogar auf der Flucht befunden, schrieb HRW.

Hochburg von Assad

Die Region, in der die betroffenen Dörfer liegen, ist eine Hochburg von Machthaber Baschar al-Assad. Nach Angaben von HRW waren insgesamt 18 Rebellengruppen an dem Angriff beteiligt, doch hätten fünf radikale islamistische Gruppierungen bei der Operation die Führung gehabt.

Karte von Syrien mit der Provinz Latakia.
Legende: In der Provinz Latakia sollen die Massaker stattgefunden haben. SRF

Die Gruppen Islamischer Staat im Irak und der Levante und Dschaisch al-Muhadschirin wal Ansar würden noch immer mehr als 200 Zivilisten als Geiseln halten, die meisten von ihnen Frauen und Kinder.

Es habe sich um einen gezielten Angriff auf die Zivilbevölkerung in den alawitischen Dörfern gehandelt, sagte der HRW-Interimsdirektor für den Mittleren Osten, Joe Stork. Die Taten müssten als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» gewertet werden, erklärte HRW.

Menschenrechtsgruppen haben seit Beginn des Konflikts in Syrien wiederholt Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Regierungstruppen, sowie, wenn auch in geringerem Masse, der Rebellen dokumentiert.

5 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Bedauerlich, dass es gerade Frauen und Kinder nicht gelingt bis in die CH zu flüchten, da ihnen schlicht das Geld fehlt, um Schlepper bezahlen zu können. Daher werden auch in der CH zukünftig hauptsächlich Wirtschaftsmigranten in der CH Asyl erhalten und nicht die von Kriegen und Konflikten besonders stark betroffenen Frauen und Kinder.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Erstaunlich, dass dies erst jetzt an die Öffentlichkeit kommt. Menschen welche vor Ort waren berichten allerdings von 500 Toten. Jetzt ist zu hoffen, dass auch an die Öffentlichkeit kommt, dass sich Menschen aus Lattakia gemeldet haben, welche ihre entführten Kinder auf den Bildern der Giftgasattacke bei Damaskus erkannt haben. Und wie die Kinder dorthin kamen. Ich habe ja schon mal davon geschrieben.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Sie haben aber noch nie davon geschrieben, dass der Assad-Clan Hunderttausende auf dem Gewissen hat. Sowas nennt man parteiisch.
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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Wenn Baschar al-Assad weg ist, kommt noch mehr Leid und Chaos nach Syrien. Das beste Beispiel ist heute Libyen. Das ist die Taktik der radikalen Islamisten, welche nur Terror und Unterdrückung in diese Länder bringen.
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