Syrischer RebelIenführer Zahran Allousch bei Luftangriff getötet

In Syrien ist der Anführer Zahran Allousch der Rebellenorganisation Dschaisch al-Islam getötet worden. Zusammen mit weiteren Anführern wurde er bei einem Führungstreffen Opfer eines Luftangriffs. Gleichentags einigte sich der IS mit dem syrischen Regime auf einen Abzug von IS-Kämpfern aus Damaskus.

Zahran Allousch in Militärtarnanzug.

Bildlegende: Zahran Allousch, Anführer der mächtigen Rebellen-Miliz Dschaisch al-Islam, ist bei einem Bombardement getötet worden. Reuters Archivbild 2014

Die radikal-islamischen Rebellen von Dschaisch al-Islam in Syrien haben einen ihrer wichtigsten Anführer verloren. Zahran Allousch, der Chef der einflussreichen Miliz Dschaisch al-Islam, sei bei einem Luftangriff in einem Vorort von Damaskus ums Leben gekommen. Das meldete die Nachrichtenseite Orient News und andere Oppositionsmedien, was auch die syrische Armee bestätigte.

Demnach bombardierten Flugzeuge ein Führungstreffen der Rebellen. Neben dem 44-jährigen Allusch seien fünf weitere Anführer getötet worden. Noch ist unklar, ob russische oder syrische Soldaten die Angriffe ausgeführt haben.

Die sunnitische Dschaisch al-Islam (Armee des Islam) gilt als die mächtigste und am besten organisierte Rebellengruppe in Syrien mit tausenden Kämpfern. Ihr getöteter Anführer Allousch hatte sich gegen die radikalen Ideologien des IS und der Al-Kaida gestellt und war für einen moderateren Islam eingetreten.

Die Gruppe nahm im Dezember auch an der Einigungskonferenz der syrischen Opposition in Riad, Saudi-Arabien, teil, welche Verhandlungen mit dem Regime vorbereitete. Medienberichten zufolge wurde die Gruppe längere Zeit mit Millionenbeträgen aus Saudi-Arabien unterstützt.

IS-Kämpfer müssen Damaskus verlassen

Mehr als 3500 Kämpfer des Islamischen Staats (IS) und des syrischen Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra-Front dürfen zusammen mit ihren Angehörigen die syrische Hauptstadt Damaskus verlassen. Darauf haben sich der IS und das syrische Regime unter Vermittlung der UNO erstmals geeinigt.

Das meldet die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die IS-Anhänger würden dafür mit Bussen in Gebiete unter Kontrolle des IS gebracht, unter anderem in die inoffizielle IS-Hauptstadt Rakka im Nordosten Syriens. Die Milizen sollen zugestimmt haben, vorher ihre Waffen und Militärfahrzeuge zu zerstören bzw. an die syrische Armee abzutreten.

Die UNO erhofft sich durch den Abzug Zugang zum palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden von Damaskus, wo Tausende von Menschen leben. Der IS hatte von den südlichen Stadtvierteln in Damaskus aus das benachbarte Lager angegriffen.

Erneut Vorwurf von Giftgasangriff

Syrische Oppositionelle haben dem Regime von Baschar al-Assad erneut den Einsatz von Giftgas vorgeworfen. Die syrische Luftwaffe habe südwestlich der Hauptstadt Fassbomben mit einem nicht identifizierten Stoff abgeworfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, fünf Menschen seien bei dem Angriff auf Maadamijet al-Scham getötet worden.

Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes fiel am Dienstagabend eine Rakete in das Wohnviertel, ohne zu explodieren. Darauf folgten vier Fassbomben. Das Team des Zivilschutzes sei hingeeilt, um nach Verwundeten zu suchen. Laut dem Zivilschutz starben sechs Menschen auf dem Weg in den Spital oder wenige Stunden später.

Alle Verletzten litten an Atemnot, mehrere waren bewusstlos. Bei einigen trat Blut und Schaum aus Mund und Nase aus und sie hatten Muskelkrämpfe. Wegen fehlender Laboreinrichtungen konnten die Ärzte nicht feststellen, um welche chemische Waffe es sich gehandelt habe, hiess es weiter.