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International Taliban-Führer Mullah Achtar Mansur durch Drohne getötet

Der Tod des Taliban-Chefs Mullah Achtar Mansur ist aus Kreisen seiner radikalislamischen Miliz bestätigt worden. Mansur kam bei einem US-Drohnenangriff in Pakistan ums Leben.

Legende: Video Taliban-Führer Achtar Mansur tot abspielen. Laufzeit 00:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.05.2016.

Die USA haben im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet einen Drohnenangriff gegen Taliban-Führer Mullah Achtar Mansur geführt. Dabei sei der Anführer der Terror-Miliiz ums Leben gekommen, berichten der afghanische Geheimdienst NDS und der Regierungschef Abdullah Abdullah via Twitter.

Nun haben auch Kreise der radikalislamischen Miliz den Tod Mansurs bestätigt. Er könne glaubhaft versichern, «dass Mullah Mansur nicht mehr ist», sagte ein führender Taliban-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Zwei weitere Quellen bestätigten, dass andere führende Mitglieder der Miliz auf dem Weg in die pakistanische Stadt Quetta seien, um einen Nachfolger für Mansur zu bestimmen.

Auch ein zweiter Mann wahrscheinlich tot

Der Drohnenangriff sei in einer abgelegenen Region Pakistans nahe der Grenze zu Afghanistan erfolgt. Mansur war mit einem zweiten Mann in einem Auto unterwegs, als die USA mit einer Drohne angriffen. Auch der zweite Mann sei wahrscheinlich tot.

US-Aussenminister John Kerry begründete den Angriff mit der von Mansur ausgehenden Gefahr für US-Soldaten. Bei einem Besuch in Burma sagte Kerry, Mansur sei eine «unmittelbare Bedrohung für US-Personal, afghanische Zivilisten und afghanische Sicherheitskräfte» gewesen.

Pentagon-Sprecher Peter Cook erklärte, Mansur sei «ein Hindernis für den Frieden und für die Aussöhnung» in Afghanistan gewesen. Unter anderem habe er anderen hochrangigen Taliban verboten, an Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul teilzunehmen.

Die Angst vor Machtkämpfen

Mansur hatte als Nachfolger von Taliban-Führer Mullah Omar die Führung der radikalislamischen Miliz übernommen, was innerhalb der Miliz nicht unumstritten war. Ende vergangenen Jahres vermeldete die afghanische Regierung bereits einmal den Tod von Mansur, was die Taliban allerdings vehement dementierten.

Offiziell hatte Mansur Ende Juli 2015 die Führung der Taliban übernommen. Im Geheimen hatte er die Islamisten aber schon länger geführt. Denn sein Vorgänger Mullah Omar war schon zwei Jahre vor Verkündung seines Todes gestorben, wie sich später herausstellte. Das hatten aber Mansur und andere aus dem Taliban-Führungsgremium aus Angst vor Machtkämpfen verschwiegen.

Die Schlagkraft der Islamisten am Hindukusch ist ungebrochen: Laut Experten sind mehr als 100 der rund 400 Bezirke des Landes entweder in der Hand der Taliban oder dauerhaft umkämpft.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Haab (Haab)
    Weshalb wird nur darüber berichtet, wenn es (vermutlich) gelang, einen Terroristen zu töten und nicht, wenn mehrere U.S. Drohnen ausversehen unschuldige Bürger treffen? Fordert eine ausgewogene Berichterstattung nicht, dass sowohl die positiven als auch die negativen Seiten des Kriegseinsatzes von Amerika mitgeteilt werden? Im Übrigen finde ich Drohneneinsätze etwas sehr brutales und frage mich, ob das nicht verboten gehört.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Drohnentechnik Die Gesichtserkennungssoftware kommt aus Israel. Weder die USA noch andere Staaten würden keine Gesichtserkennungssoftware hinbekommen die all die bärtigen Gesichter dieser kranken Daesh-Typen des IS, Mullahs, Jihadisten oder Salafisten auseinander halten könnte bzw. entdeckt unter welchem Stein sich diese Feiglinge verstecken. Super Technik, die nützlich ist.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die grösste Wirkung ist, dass sich Afghanen terrorisiert fühlen. Das Vertrauen in die Politiker und ihre Spießgesellen ist eh futsch.Vor allem aber haben die meisten Bewohner jegliche Perspektive in eine vernünftige Zukunft verloren.Das Einzige, das floriert und auch von keiner Seite verhindert wird, ist der Mohnanbau in AF. Wer alles davon profitiert, muss nicht mehr weiter erörtert werden. Und welche Wege und Zwischenstopps die Drogen nehmen, auch nicht.
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