Taliban greifen UNO-Einrichtung in Kabul an

Erstmals seit Monaten hat wieder ein Selbstmordkommando der Taliban in Kabul zugeschlagen. Afghanische Sicherheitskräfte konnten die Attacke erst nach stundenlangen Kämpfen abwehren.

Ein Zivilist trägt einen Soldaten

Bildlegende: Bergung aus dem Kampfgebiet. Ein verletzter Soldat wird während der Gefechte in Kabul aus der Gefahrenzone geschleppt. Reuters

Nach zehn Stunden heftiger Gefechte ist der Angriff eines Taliban-Selbstmordkommandos in der afghanischen Hauptstadt Kabul von Sicherheitskräften beendet worden. Sie töteten den fünften und letzten Angreifer, der sich in einem zivilen Gebäude verschanzt hatte, teilte die Polizei mit.

Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben mindestens acht Menschen getötet. Neben den fünf Taliban-Rebellen seien es zwei afghanische Zivilisten und ein Polizist gewesen. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Schreiende Kinder auf einer Srasse

Bildlegende: Nach der Explosion einer Autobombe flüchteten schockierte Menschen aus dem umkämpften Viertel. Reuters

UNO-Mitarbeiter verletzt

Zunächst habe sich ein Attentäter in einem Auto vor einer Behörde des Innenministeriums in die Luft gesprengt. Dann hätten die Angreifer ein Gebäude der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zu stürmen versucht. Der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) zufolge, die den Angriff scharf verurteilte, wurden mindestens drei IOM-Mitarbeiter verletzt, darunter eine Italienerin schwer.

Ein Taliban-Sprecher sagte, der Angriff habe auch einer Unterkunft von Mitarbeitern des US-Geheimdienstes CIA gegolten.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen zugenommen. Vor knapp einem Monat hatten die Aufständischen den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet.

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Das Trauma der US-Soldaten in Afghanistan

5:03 min, aus 10vor10 vom 26.3.2012