Tausende auf der Flucht vor Überschwemmungen in Südostasien

An der Küste Sri Lankas gedenken die Menschen der Opfer des Tsunamis – gleichzeitig spielt sich in den Bergen der Insel die nächste Naturkatastrophe ab. Riesige Gebiete stehen unter Wasser. Erdrutsche haben Menschen verschüttet. Auch in Malaysia mussten über 100'000 Menschen fliehen.

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Unwetter in Sri Lanka und Malaysia (unkomm.)

0:48 min, vom 26.12.2014

Mehr als 800'000 Menschen sind mittlerweile von den Überschwemmungen und Erdrutschen auf Sri Lanka betroffen. Fast 100'000 von ihnen mussten ihre Häuser verlassen, wie das Katastrophenschutzzentrum mitteilte.

Der tagelange Regen auf Sri Lanka weichte die Böden auf und führte zu teils schweren Erdrutschen. Nach offiziellen Angaben starben bis Samstag 21 Menschen bei Überschwemmungen und Erdrutsche. Neun weitere werden noch unter Erdmassen vermisst.

Wegen der Gefahr weiterer Fels- und Hangabbrüche wurden vor allem im Landesinneren zahlreiche Strassen geschlossen, so dass viele Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten waren.

Wasser aus Stauseen abgelassen

Alle Zugverbindungen in die höher gelegenen Gebiete wurden gestrichen. Die Flutklappen von mehr als 40 kleinen Stauseen mussten geöffnet werden, weil sie dem Wasserdruck sonst nicht mehr hätten standhalten können.

Der Inselstaat im Indischen Ozean leidet seit vielen Tagen unter den für die Jahreszeit ungewöhnlichen Regenfällen. Betroffen sind 16 Distrikte im Norden, Osten, nördlichen Zentrum, im Zentrum und Nordwesten der Insel. Aber auch der Süden verzeichnet mittlerweile starken Regen. Meteorologen gehen davon aus, dass es in den kommenden Tagen weiter regnet.

Zehntausende auf der Flucht

Auch in Malaysia veranlassten grossflächige Überschwemmungen nach tagelangem Regen zehntausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern. Für das Wochenende werden weitere starke Niederschläge vorausgesagt. Acht Menschen kamen bisher durch die Überflutungen ums Leben. Besonders betroffen sind die ländlichen Küstenregionen im Osten des Landes.

Örtliche Medien veröffentlichten Fotos von Gegenden, in denen das Wasser bis zu zwei Meter hoch stand. Nach jüngsten offiziellen Angaben kamen bislang mindestens fünf Menschen in den Fluten ums Leben.

Zunächst seien nur Teile der Ostküste Malaysias betroffen gewesen. Inzwischen habe sich die Lage auch im Süden und Westen des Landes verschlechtert, meldeten die betroffenen Gebiete Perak, Kedah, Perlis und Johor.

Monsun wird immer niederschlagsreicher

Während der Regenzeit wird Malaysia jedes Jahr von Überschwemmungen heimgesucht. Immer wieder müssen zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen. In diesem Jahr mussten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama aber bereits mehr als 118'000 Menschen fliehen.

Der stark in die Kritik geratene malaysische Ministerpräsident Najib Razak wird seinen umstrittenen Hawaii-Urlaub vorzeitig beenden. Während sich in Malaysia Hunderttausende vor den schwersten Fluten seit Jahren in Sicherheit brachten, hatte der 61-jährige Regierungschef mit US-Präsident Barack Obama Golf gespielt.