Tausende protestieren gegen «Prestige»-Urteil

Demonstrationen in Spanien: Die Menschen sind nicht einverstanden mit dem Richterspruch zum Öltanker «Prestige». Der Untergang des Tankers im Jahr 2002 hatte Hunderte Kilometer Küstenland verseucht.

Menschen demonstrieren gegen das Urteil.

Bildlegende: Schon im November gingen die Menschen auf die Strasse, weil sie mit dem Richterspruch nicht einverstanden waren. Keystone/Archiv

Im Nordwesten Spaniens haben am Sonntag tausende Menschen gegen das Urteil zum Untergang des Öltankers «Prestige» protestiert. Demonstrationen gab es unter anderem in den Städten Santiago de Compostela, Vigo und La Coruña.

Die Demonstranten riefen: «Gegen Straffreiheit, für die Würde des galicischen Volkes». Ein Sprecher der Bewegung «Nie wieder», die zu den Protesten aufgerufen hatte, sagte im Radio, das Urteil sei «ungerecht». Die Beweisaufnahme sei «von Anfang an» schlecht geführt worden.

Richter sprachen Besatzung frei

Ein Gericht in La Coruña hatte Mitte November die Besatzung des Tankers «Prestige» und die spanischen Behörden von jeglicher Schuld an der verheerendsten Ölpest in der Geschichte Spaniens freigesprochen.

Lediglich der Kapitän wurde wegen Befehlsverweigerung zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt. Weil er mittlerweile schon 78 Jahre alt ist, muss er aber nicht ins Gefängnis. Der Grieche hatte sich zunächst geweigert, sein Schiff möglichst weit weg von der Küste schleppen zu lassen.

Durch das auslaufende Öl nach dem Untergang der «Prestige» im November 2002 waren die Küsten auf einer Länge von insgesamt mehr als 1700 Kilometer verseucht worden, auch in Frankreich und Portugal. Zehntausende Seevögel verendeten und die Fischerei wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.