Tausende Siedler müssten für Nahost-Frieden weichen

Diese Woche macht sich US-Aussenminsier John Kerry Richtung Nahost auf den Weg. Ziel der Reise ist einmal mehr Frieden in der Region. Im Vorfeld des Treffens wird aber klar, wo die Schwierigkeiten liegen.

Siedlung Maale Adumim im besetzten Westjordanland.

Bildlegende: Rund 500'000 Juden wohnen in besetzten Gebieten wie der Kleinstadt Maale Adumim im Westjordanland. Reuters

Der israelische Finanzminister Jair Lapid hat seine Landsleute auf harte Opfer
im Friedensprozess eingestimmt. «Es ist herzzerreissend, aber wir müssen Zehntausenden nicht nur ihre Häuser nehmen, sondern auch ihre Träume», sagte der Chef der liberalen Partei «Jesch Atid».

Der Finanzminister ist Chef der zweitstärksten Partei in Israel und hat sich wiederholt für neue Friedensverhandlungen mit den Palästinensern ausgesprochen.

Streitpunkt Siedlungen

Wie Lapid hat auch Ministerpräsident und Koalitionspartner Benjamin Netanjahu deutlich gemacht, dass bei einer Friedenslösung die Gebiete bei Israel bleiben würden, in denen bereits jetzt sehr viele Israelis leben. Diese «Siedlungsblöcke» sind Kleinstädte wie Maale Adumim, die zumeist um Jerusalem liegen und de facto Vororte der israelischen Hauptstadt sind.

Die Palästinenser fordern einen eigenen Staat in den Grenzen der Gebiete, die Israel 1967 im Sechstagekrieg erobert hat. In dieser Woche wird US-Aussenminister John Kerry wieder in Israel und dem Westjordanland erwartet. Er versucht derzeit, den Boden für einen Neuanlauf direkter Friedensverhandlungen beider Seiten zu bereiten.