Tausende Spanier protestieren gegen Einschnitte im Bildungswesen

Kleinkinder und Professoren, Schüler und Kindergärtner – in ganz Spanien haben sie ihrem Unmut über die Bildungspolitik ihrer Regierung Luft gemacht. Der erste Streik, an dem sich alle Bildungseinrichtungen beteiligten, richtete sich vor allem gegen geplante Kürzungen.

In der Stadt Vigo protestieren Lehrer, Schüler und Eltern gegen die geplante Bildungsreform.

Bildlegende: «Nein zu LOMCE»: In der Stadt Vigo protestieren Lehrer, Schüler und Eltern gegen die geplante Bildungsreform. Keystone

Vom Kindergarten bis zur Hochschule: Erstmals haben sich alle Bildungseinrichtungen in Spanien an einem Streik beteiligt. Im ganzen Land gingen Lehrer, Studenten und Schüler auf die Strassen. Sie protestierten gegen Kürzungen im Bildungswesen und eine geplante Reform.

Das Gesetzesvorhaben LOMCE soll nach Angaben der Regierung die Qualität der Ausbildung in Spanien verbessern. Kritiker halten das Vorhaben hingegen für skandalös. Sie monieren unter anderem die geplante staatliche Unterstützung für Schulen, in denen Mädchen und Jungen getrennt voneinander unterrichtet werden.

Die Angaben über die Zahl der Streikteilnehmer schwanken beträchtlich. Nach Angaben der Gewerkschaften nahmen fast 70 Prozent des Lehrpersonals und der Schüler- und Studentenschaft teil. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren es lediglich 20 Prozent.
 

Frisches Geld wird günstiger

An den Kapitalmärkten hat das krisengeplagte Spanien weiter Rückenwind. Bei der Ausgabe von drei Anleihen mussten weniger Zinsen gezahlt werden als bei der letzten Auktion Mitte April. Nach Angaben des Finanzministeriums nahm das Land insgesamt 4,6 Milliarden Euro ein. Angepeilt waren 3,5 bis 4,5 Milliarden Euro.