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International Tausende Vietnamesen stürmen chinesische Unternehmen

Die Wut der Vietnamesen richtet sich gegen China, das im Südchinesischen Meer Erdöl fördern will. Um die Meeresregion streiten sich Vietnam und China seit Jahren. Rund 100 chinesische und taiwanesische Fabriken wurden beschädigt. Sicherheitskräfte nahmen fast 200 Menschen fest.

Legende: Video Chinas Ölbohrungen entfachen Proteste in Vietnam abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.05.2014.

Vietnamesen gegen Chinesen: Mehr als 10'000 Vietnamesen haben im Süden von Vietnam ausländische Firmen gestürmt und teilweise in Brand gesetzt. Nach Behördenangaben wurden etwa 100 Fabriken beschädigt.

Die Behörden nahmen 191 Menschen fest. Mehrere Fabrikhallen von 15 ausländischen Firmen sind zerstört und zehn Autos in Brand gesetzt worden. Dies berichtete eine lokale Zeitung.

Grund des Aufruhrs ist die chinesische Regierung, die im Südchinesischen Meer eine Ölförderplattform aufbauen will. Diese umstrittene Meeresregion wird von Vietnam und China beansprucht.

Betroffen waren bei den Ausschreitungen auch Firmengebäude von taiwanesischen Konzernen, die für chinesische Unternehmen gehalten wurden. Die Türen der Gebäude seien aufgebrochen und Fenster eingeschlagen worden.

Schwelender Konflikt seit Jahren

Grund der Proteste: Die Chinesen wollen eine Ölplattform knapp 200 Kilometer vor der vietnamesischen Küste aufbauen. Sowohl Vietnam als auch China beanspruchen das Gebiet in der Nähe der Paracel-Inseln im Südchinesischen Meer.
Unter den betroffenen Fabriken waren auch zahlreiche aus Taiwan. «Die Leute dachten, Taiwan sei Teil von China», sagte ein Polizeisprecher. «Als ihnen gesagt wurde, dass Taiwan etwas anderes ist als China, haben sie aufgehört.»
Das Ministerium riet Unternehmen in Vietnam, Schilder mit der Aufschrift «Taiwan» an die Fabriken zu hängen, damit die Mitarbeiter nicht mit Chinesen verwechselt werden, berichtete die taiwanesische Nachrichtenagentur Central News Agency.

2 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Anrainerstaaten, beginnend mit Vietnam über Thailand, Malaysia, Indonesien und einschliesslich den Philippinen, hätten die letzten 10 Jahren in mindestens 50 neue Kriegsschiffe investieren müssen. Haben sie allerdings nicht getan und werden daher nun ihrer Ölquellen beraubt. Sehr bitter wird es für Vietnam und Malaysia ausfallen, da deren Wachstum zum Stillstand kommen wird.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Nun, China & Vietnam waren sich schon immer feindlich gesinnt. Aber bedenklich, dass Obama erst kürzlich auf Werbetour gegen Russland in einigen dieser Länder gewesen ist & ihnen vermutlich nur deshalb als Gegenleistung Unterstützung gegen China zugesichert hat.
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