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International Tauwetter zwischen Indien und Pakistan

Nach einer jahrelangen Eiszeit zwischen den beiden Ländern hat der indische Premierminister Narendra Modi überraschend Pakistan besucht. Es ist der erste Besuch eines indischen Regierungschefs seit elf Jahren.

Legende: Video Indiens Premier in Pakistan abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 25.12.2015.

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi hat seinem pakistanischen Amtskollegen eine überraschende Kurzvisite abgestattet. Er stösst damit eine Tür auf für Friedensgespräche. Modi hatte am Donnerstag Russlands Präsidenten Wladimir Putin besucht. Die Heimreise unterbrach Modi überraschend für einen Zwischenstopp in Pakistan. Es war der erste Besuch eines indischen Regierungschefs in Pakistan seit elf Jahren. Zuletzt war im Jahr 2004 Atal Bihari Vajpayee in Pakistan gewesen.

Die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit für den Besuch war gross: Pakistanische Medien verfolgten den Weg von Modis Flugzeug und zählten die Meter bis zur Landung.

Kontakt ausweiten

Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif umarmte Modi beim Empfang auf dem Flughafen in der Stadt Lahore, wie das staatliche Fernsehen zeigte. Ein Sprecher Sharifs sagte, die beiden wollten über eine Reihe bilateraler Angelegenheiten sprechen, darunter den Streit um die Kaschmir-Region. Ein naher Vertrauter Modis bezeichnete den Besuch als spontane Entscheidung, der jedoch keine plötzliche Wende in der Politik Indiens bedeute. Modi hatte zuvor bereits mit Sharif telefoniert und ihm zum 66. Geburtstag gratuliert.

Der indische Premier Narendra Modi neben Ministerpräsident Nawaz Sharif aus Pakistan auf dem Flughafen von Lahore
Legende: Schreiten wieder gemeinsam voran: Indiens Premier Narendra Modi (links) und Pakistans Ministerpräsident Nawaz Sharif. Keystone

Es begann am Klimagipfel

Indien und Pakistan sind seit einem Monat auf Annäherungskurs. Den Anfang machte ein Handschlag Modis mit Sharif bei der Pariser Klimakonferenz Ende November. Dann trafen sich Sicherheitsberater beider Länder in Bangkok – ein Treffen, das zuvor mindestens zweimal abgesagt worden war.

Modi und Sharif verständigten darauf, die Verbindungen der beiden Länder zu stärken, wie der pakistanische Aussenminister Aizaz Chaudhry nach dem Treffen sagte. Die Regierungschefs hätten sich rund 90 Minuten lang unterhalten und gemeinsam zu Abend gegessen, ehe Modi wieder nach Hause geflogen sei. Mitte Januar wollen sich nun die beiden Aussenminister zusammensetzen.

Modi sichert sich Putins Unterstützung

Mit Putin hatte Modi zuvor eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Indien verabredet. Putin sprach sich beim Treffen für eine stärkere Rolle Indiens bei der Lösung globaler Probleme aus. Indien sei ein aussichtsreicher Anwärter auf einen ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat. Die beiden Atommächte einigten sich zudem auf eine Ausweitung ihrer Kooperation in der Nukleartechnik.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Bei den Differenzen zwischen den Staaten geht es wenig um Glaubensfragen, sondern um handfeste geostrategische Konflikte (seit der Trennung der Länder). Fast könnte man annehmen, dass GB das bewusst in Kauf genommen hat. Jetzt liegt es aber an den beiden Ländern, sich vernünftig auszutauschen. Beide Länder haben mit Überbevölkerung/Klimaschäden und daraus resultierenden Problemen zu kämpfen. Religiöse Extremisten sind da wenig hilfreich. Tiefgreifende gesellschaftliche Reformen sind nötig.
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