Zum Inhalt springen

International Teilmobilmachung in der Ukraine: 50'000 Soldaten werden bewaffnet

Die Ukraine will bis zu 50'000 Mann einziehen. Sie sollen Soldaten ersetzen, die an der Front im Osten bereits lange im Einsatz stehen. Doch diese Teilmobilmachung ist erst der Anfang.

Legende: Video Ukraine stockt Truppenbestände auf abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.01.2015.

Die Ukraine hat mit einer Teilmobilmachung von zusätzlich bis zu 50'000 Mann begonnen. Das Fernsehen zeigte junge Männer bei ärztlichen Untersuchungen und beim Erhalten von Waffen. Das ukrainische Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass die Reservisten Soldaten ersetzen sollen, die bereits lange im Einsatz gegen die Rebellen im Osten des Landes stehen.

Ukarinische Soldaten sitzen auf einem Panzer und strecken ihre Beine
Legende: Ersatz für Kämpfe im Osten: Bis Juni will die Ukraine über 100'000 Mann mobilisieren. Reuters

Doch die Mobilmachung ist damit nicht zu Ende: In zwei weiteren Etappen sollen von April und Juni an, zusätzlich mehr als 50'000 Soldaten eingezogen werden. Die Teilmobilmachung erhöhe die Sicherheit des Landes, sagte Juri Birjukow, der Berater von Präsident Petro Poroschenko: «Entlang unserer Grenze ist ein feindseliges Land. Deshalb müssen wir ständig weitere Menschen im Umgang mit der Waffe ausbilden, um unser Land zu schützen.»

Scharfe Kritik aus Moskau

Die Aufständischen und Russland kritisieren die massive Verstärkung der Armee scharf. Separatistenführer Alexander Sachartschenko warf der Regierung in Kiew «Kriegsvorbereitungen» vor und warnte gleichzeitig: «Wir sind nicht schwach und sind bereit, angemessen zu reagieren.»

Moskau hat zudem auf ukrainische Vorwürfe reagiert, wonach es zu Verlegungen von russischen Truppen und Waffen in die Konfliktregion Lugansk gekommen sein soll. Diese seien «völliger Blödsinn».

Generalmajor Igor Konaschenkow vom Moskauer Verteidigungsministerium sagte der Agentur Interfax: «Solche Halluzinationen über einen russischen Einmarsch kommen nicht zufällig von den massgeblichen Ideologen einer militärischen Lösung des Konflikts im Südosten der Ukraine.»

Jazenjuk spricht von «unstrittigen Beweisen»

Die Ukraine hatte zuvor behauptet, dass zwei russische Bataillone die Grenze überquert hätten. Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte gestern gesagt: «Die Ukraine und die gesamte internationale Gemeinschaft haben unstrittige Beweise dafür, dass von russischer Seite Kräfte und Technik in die Ukraine gebracht werden.»

Es seien unter anderem Panzer, Haubitzen und bodengestützte Luftabwehrsysteme des Typs Buk ins Land gebracht worden. Solche Militärtechnik gebe es nicht auf Basaren, sondern nur von offiziellen Stellen wie dem Verteidigungsministerium und dem Geheimdienst GRU, sagte Jazenjuk.

Anhaltende Kämpfe um Flughafen Donezk

Die Kämpfe im Osten der Ukraine sind in der vergangenen Woche wieder deutlich aufgeflammt. Vor allem rund um den Flughafen der Rebellenhochburg Donezk. Regierungstruppen und Separatisten beanspruchen das stark zerstörte Areal für sich. Das ukrainische Militär hatte den Befehl erhalten, den seit Monaten umkämpften Flughafen zu verteidigen.

Bei den neuen Kämpfen sollen innerhalb von 24 Stunden mehr als 23 Menschen getötet und mindesten 150 verletzt worden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Es wäre sehr notwendig bessere und laufendere Informationen über die Ukraine zu erhalten. Andere Presseberichte sind umfangreicher und informativer. Gerade in dieser Zeit wäre es besser, genauere Berichte zu erhalten. Ein Nichtwissen und der Versuch sich Informationen zu beschaffen, formt auf der anderen Seite die Wiedergabe falscher Informationen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Bilder hauptsächlich von sehr jungen Männern, fast noch Kinder gesehen, welche jetzt aufgeboten werden, erinnert es schon stark an Hitler, welcher am Ende des Krieges auch halbe Kinder in den Krieg geschickt hatte. Fazit: Wenn für persönliche Machtgier & Egoismus junge Menschen in einen Krieg gegen "Brüder" gezwungen werden, steht es ganz schlimm um die Moral dieser Gesellschaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von David Neuhaus, Winterthur
      Nicht nur die Bilder sondern auch die Rethorik und das Vorgehen von Jatzenjuck und Poroschenko erinnern stark daran
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Wir haben zugelassen dass Deutschland, schon wieder Kriege in Europa nicht nur unterstützt und fordert sondern aber auch heftig mitfinanziert. Dieser Ukrainische-Krieg ist die Folge und Nachspiel von dem was damals Deutschland tat wie auch was heute Deutschland lautstark fordert. Dass es einen Umschwung nie geben wird und alles nur noch schlimmer wird davon zeugt die 8te Wieder-Wahl und ein Wahl-Ergebnis von 96,7 Prozent. Nur Diktatoren werden 8 mal gewählt, achtung Einbahnstrasse voraus :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen