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Das Coronavirus und die Folgen für die amerikanischen Arbeitnehmer
Aus Echo der Zeit vom 26.03.2020.
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Teils über 4000 Prozent mehr Die Arbeitslosenzahlen in den USA steigen rekordverdächtig

Die Corona-Krise legt die amerikanische Wirtschaft lahm. Experten rechnen mit bis zu 14 Millionen neuen Arbeitslosen.

Anthony steht im Nordosten von Washington D.C ratlos vor der Tür des Arbeitslosenamtes, es ist geschlossen. Am Empfang sitzen statt Beamte Türwächter.

Der 31-Jährige hat seinen Job als Parking-Valet, der die Autos von Restaurant-Gästen parkiert, in dem Moment verloren, als klar wurde, dass Washington alle Restaurants wegen der Corona-Krise schliesst.

Rekordverdächtige Zahl an Arbeitslosen

3.3 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner habe sich letzte Woche arbeitslos gemeldet, das ist ein Anstieg von 1500 Prozent im Vergleich zu den ersten zwei Wochen im März. Gewisse Staaten sind besonders betroffen. New Hampshire oder Louisiana etwa, wo die Arbeitslosen um über 4000 Prozent zugenommen haben.

Das sei nur die Spitze des Eisbergs, schreibt die ehemalige Chef-Arbeitsökonomin der Obama-Regierung in einem Tweet, sie rechne mit 14 Millionen neuen Arbeitslosen. Solche Sprünge gab es zuletzt während der Grossen Depression in den 1930er Jahren.

Menschen mit Lebensmitteln.
Legende: Die Not in den USA ist gross: Freiwillige helfen Arbeitern und Arbeiterinnen in Washington, D.C., welche durch das Coronavirus arbeitslos geworden sind. Keystone

In den USA steigt die Beklemmung, doch es gibt auch beruhigende Stimmen. Der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank FED, Ben Bernanke, vergleicht die Corona-Krise mit einem Schneesturm, der vorbeizieht.

Alles hänge davon ab, dass man das Virus in den Griff kriege, dann könne die Wirtschaft problemlos wieder hochgefahren werden, sagt Bernanke auf CNBC.

450 Dollar pro Woche müssen reichen

Doch das hilft dem Arbeitslosen Anthony im Moment nicht. Er muss seine Familie durchbringen. Arbeitslose in den USA erhalten durchschnittlich 450 Dollar pro Woche Arbeitslosengeld, und maximal 30 Wochen lang – von Staat zu Staat ist das unterschiedlich. Das Rettungspaket, das der Kongress verabschiedet hat, wird die Kasse aber aufstocken.

Hofft Anthony auf die Hilfe der US-Regierung? «Ich weiss nicht, wie das genau funktioniert, aber ich werde mich informieren», sagt Anthony und macht sich auf den Heimweg – in der Hoffnung, dass die Computer-Server des Arbeitsamtes nun besser funktionieren.

Echo der Zeit, 26.3.2020, 18:00 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Leider haben viele Firmen nicht genügend Kapital auf die Seite gelegt, weil es niemand für nötig hielt. Heute werden sie eines besseren belehrt. Ja, auch die grosszügigen Boni, welche leibevoll verteilt wurden, machen sich nun in vielen Kassen bemerkbar. Irgenwann wird die Spreu vom Weizen getrennt und das scheint jetzt der Fall zu sein.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Und insgeheim "hofft" man, dass dies Trump nun endlich das Bein stellen wird für seine 2.Amtszeit und er darüber stolpern wird, nachdem alles andere in letzten 3.5 Jahren nichts genützt hat.
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    1. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      Als Trump-Fan darf Ihrer Meinung nach natürlich nicht der Hauch eines Versagens auf DT liegen; die Fakten im Umgang mit Corona haben aber nun aufgezeigt, dass Trump in den letzten Wochen ca 4 Kehrtwenden vollzogen hat - von einem " Scherz der Demokraten " zu einer Verharmlosung, dann Schuldzuweisungen an China und nun wieder Verharmlosung ( " an Ostern sollen die Kirchen voll sein " ). Leider leiden unter der katastrophalen " Führung " viele Amerikaner und sehr viele werden noch sterben!
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    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Das ist aber ein viel zu hoher Preis. Wenn ich wählen könnte, ob ich DT noch eine Legislaturperiode ertrage und dafür aber die Wirtschaft wieder aufgebaut werden kann oder 14 Mio. Arbeitslose aber die Welt ohne DT, wähle ich die Menschen.
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    3. Antwort von Norbert Zehner  (ZeN)
      Th.B. Wer hat ende Januar schon Einreise aus CN unterbunden, 10 Tage nach 1.Fall in USA, und wurde dafür vom Polit- und Medien Establishment postwendend lauthals mit Rassist, Xenophob, und den seit Jahren üblichen andern Vorwürfen eingedeckt?
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    4. Antwort von Peter Meier  (peme)
      @ZeN. Korrekt, die USA haben sehr schnell die Grenzen zugemacht (China und Europa). Die Zahlen aus den USA zeigen, dass eine Grenzschliessung nicht viel bring.... oder?
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  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    „Hire and fire!“ Wen wunderts! Die Schweiz hat auch hier ein sehr gutes Mittelmass zwischen der asozialen USA und dem übersozialen Deutschland.
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