Terror-Alarm: Deutsche schliessen ihre Tore in der Türkei

Zuerst das Generalkonsulat und die Deutsche Schule in Istanbul – jetzt gar die Botschaft in Ankara: Warnhinweise haben Deutschland bewogen, die Pforten seiner diplomatischen Vertretungen in der Türkei zu schliessen. Inzwischen sind die Urheber des Anschlages vom Sonntag bekannt.

Türkische Sicherheitskräfte vor der deutschen Botschaft in Ankara.

Bildlegende: In einer Email empfiehlt das deutsche Generalkonsulat Bundesbürgern, seine Umgebung zu meiden. Reuters

Nach dem Anschlag in Ankara ist auch die deutsche Botschaft in der türkischen Hauptstadt geschlossen worden. Hintergrund ist ein nicht abschliessend überprüfbarer Hinweis, hiess es aus dem deutschen Auswärtigen Amt in Berlin. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmassnahme. Die Bedrohungslage habe sich im Vergleich zu den vergangenen Tagen nicht geändert.

Inzwischen sind auch die Urheber des jüngsten Anschlags in Ankara bekannt. Die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) übernimmt die Verantwortung für den Anschlag vom Sonntag. Das teilte die Gruppe auf ihrer Website mit.

«  Meiden Sie die Umgebung des Generalkonsulats. »

Email des Auswärtigen Amtes

Die deutsche Botschaft in Ankara hat Bundesbürger bereits am Dienstag – also zwei Tage nach dem Ankara-Anschlag – vor neuen Anschlägen in der Hauptstadt gewarnt. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte derweil am Mittwoch an, demokratische Werte nun dem Kampf gegen den Terrorismus unterordnen und Terroristen künftig mit der «Eisenfaust» zu bekämpfen.

Zuvor ist bereits das deutsche Generalkonsulat und die deutsche Schule in Istanbul geschlossen worden. In einer Mitteilung des Konsulats hiess es: «Bitte meiden Sie die Umgebung des Generalkonsulats.»

IS für Istanbul-Bombe verantwortlich

Die diplomatische Vertretung liegt in der Nähe des Taksim-Platzes. Die deutsche Schule ist etwa eineinhalb Kilometer Luftlinie entfernt an der Fussgängerzone Istiklal Caddesi.

In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Anschlag in der Türkei

    Aus Tagesschau vom 13.3.2016

    Bei einer Explosion im Stadtzentrum von Ankara sind laut Medienberichten mindestens 27 Menschen getötet und 75 verletzt worden. Die Polizei spricht von einem Selbstmordattentat. Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Ruth Bossart