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International Terroralarm in Chemnitz: Verdächtiger entkam offenbar nur knapp

Seit Samstag hat die Polizei in der deutschen Stadt Chemnitz vier Personen festgenommen. Sie sollen in Kontakt mit dem syrischen Hauptverdächtigen gestanden haben, der mutmasslich einen Anschlag plante. Zwei davon sind wieder auf freiem Fuss. Der Hauptverdächtige ist weiterhin auf der Flucht.

Einen Tag nach einem mutmasslich vereitelten Bombenanschlag in der sächsischen Stadt Chemnitz sind weitere Details bekannt geworden. Demnach entkam der Hauptverdächtige, ein 22-jähriger Syrer, den Einsatzkräften nur knapp.

Während der Vorbereitung des Zugriffs nahmen Beamte eine Bewegung im Haus war, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen sagte. Die Polizisten hätten den Verdächtigen gesehen.

Verbindung zum IS

Die Ermittler seien davon ausgegangen, dass es sich um den 22-Jährigen handelte und hätten einen Warnschuss abgegeben. Die Annahme, dass er zurück in die Wohnung gelaufen sei, habe sich dann als falsch erwiesen. Das Foto in dem Fahndungsaufruf stamme vom Verfassungsschutz und sei «ziemlich aktuell». Der junge Mann kam vor einigen Monaten als Flüchtling nach Deutschland. Gemäss Ermittlungsbehörden soll er in enger Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat stehen. Nach ihm wird weiterhin gesucht. Er soll einen Bombenanschlag geplant haben.

Vier Komplizen festgesetzt

Am Sonntag kam es im Zuge der Fahndung zu einer weiteren Festnahme. Hierbei soll es sich um eine Person handeln, die in Kontakt mit dem Flüchtigen gestanden habe.

Bereits am Samstag hatte die Polizei drei Männer festgenommen – offenbar Bekannte des Verdächtigen. Zwei davon wurden inzwischen wieder freigelassen. Bei dem dritten Mann bestehe der Verdacht einer Mittäterschaft. Die Haftprüfung läuft, wie eine Sprecherin sagte. Es werde wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt

Sprengstoff gefährlicher als TNT

Bei der Razzia waren am Samstag mehrere hundert Gramm hochexplosiven Sprengstoffs in einer Wohnung gefunden worden, in der sich der Gesuchte aufgehalten hatte. «Wir hoffen, es ist ein Grossteil dessen, was er haben könnte.» Dabei handelt es sich um Sprengstoff, wie er auch schon bei dem Anschlag in Brüssel eingesetzt worden war. Der Sprengstoff ist laut Polizei gefährlicher als TNT.

Bundesanwaltschaft übernimmt

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zieht die Ermittlungen im Chemnitzer Sprengstofffund an sich. «Insbesondere die Menge des gefundenen Sprengstoffs deuten darauf hin, dass die Person vor hatte, einen islamistisch motivierten Anschlag durchzuführen», so eine Sprecherin. Deswegen habe der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Die Kommentare in den deutschen Leitmedien waren widersprüchlich; auch dieser Beitrag geht in diese Richtung: War das Material nun - wie in De berichtet - so hochexplosiv, dass es bereits bei "Bewegen" bzw. "kleiner Erschütterung" explodieren kann, eignet es sich m.E. nicht für einen gezielten Anschlag. - Man muss solche Meldungen ernst nehmen. Aber daraus abzuleiten, die Sicherheitslage würde intern mit mehr Abschottung verbessert, ist falsch. Gedanken halten sich nicht an Landesgrenzen.
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Seit wann überschreiten Gedanken die Landesgrenzen? Sind es nicht vielmehr Menschen die ihre kulturellen und gesellschaftlichen Erfahrungen, Ideologien und Glauben mitbringen? Und ich frage mich, was manche so denken?! Oder sind das hirnlose Herzensdenker? Eine kleine Auswahl der letzten Monate unter: "Sprengstoffanschlag? – Chemnitz kann überall sein" Am 01.09.2016 waren 284.158 Ausländer im Polizei-Fahndungssystem INPOL zur Fahndung ausgeschrieben, eine Steigerung um 140% in einem Jahr!
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      der Gedanke legt den Grund für die Tat. Dafür gibt es keine Grenzen. Landesgrenzen schon gar nicht.
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