Zum Inhalt springen

Anschlag in Manchester Terrorexperte: «Die meisten Attentäter sind Teil eines Netzwerks»

22 Personen sterben bei einem Anschlag in Manchester – noch vieles ist unklar. Eine Einschätzung von Mauro Mantovani, Strategieexperte an der ETH.

Legende: Video «Einschätzungen von Terrorexperte Mantovani» abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Vom 23.05.2017.

SRF News: Könnte der Angreifer von Manchester ein Einzeltäter, ein einsamer Wolf, gewesen sein?

Mauro Mantovani: Theoretisch ist das möglich. Aber es kommt in der Praxis äusserst selten vor. Die meisten Attentäter sind Teil eines Netzwerkes, das sie unterstützt. Man kann nicht sagen, wo der Attentäter seine Fähigkeit erworben hat, eine Bombe zu bauen oder sie zu beschaffen. Das könnte durchaus auch hier gewesen sein. Man kann auch nicht sagen, wie er sich radikalisiert hat.

Ziel des Anschlags waren vor allem Kinder und Jugendliche. Stellt dieses Muster eine neue Eskalationsstufe in Westeuropa dar?

Es gab etwa die Anschläge auf eine Diskothek in Tel Aviv 2001 oder in Beslan 2004, als die Lehrer und Schüler einer ganzen Schule gefangen genommen wurden. Aber für Westeuropa hat dies tatsächlich eine neue Qualität.

Kann Israel als Beispiel gelten? Dort gab es seit 2001 kein einziges derartiges Bombenattentat.

Es gibt in Israel abgestufte Zugangskontrollen bei Grossanlässen, durchgehend Durchsuchungen von Taschen, Leibesvisitationen, ausserdem werden elektronische Detektionsmittel eingesetzt. Israel ist Europa, was die defensiven Massnahmen zur Terrorismusbekämpfung betrifft, weit voraus.

Mauro Mantovani

Mauro Mantovani

Der Dozent für Strategische Studien lehrt an der Militärakademie der ETH Zürich. Vorher war er beim VBS und beim strategischen Nachrichtendienst tätig.

24 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Die meisten Attentäter haben einen islamischen Hintergrund. In Polen, Ungarn, Tschechien, usw. gibt es keine Terroranschläge, dazu sehe man den Bevölkerungsmix an. In der Schweiz sind mehrere Gefährder bekannt und wieviele Schläfer es gibt, weiss niemand. Man bürgert auch viel zu leichtfertig ein; in Genf gibt es einen Iman der zu Steinigungen von Ehebrecherinnen aufruft. Ein eingebürgerter Schweizer. Sind bei dem Deeskalationsprogrammen andere Religionen verteten? Eben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    In Polen, Ungarn, Tschechien gibt es keine Terroranschläge.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Man kann es als "Übergang" bezeichnen (Akif Pirincci) diese Zeit der Gewöhnung an nie gekannte und selbstverschuldete Verhältnisse. Es ist ein schleichender Übergang, der medial gedämpft und mit tausenderlei Geschwätz bewerkstelligt wird. Das grosse Versagen der Politik, der gewaltige Irrtum, bzw. die erbärmliche Schwäche einer satten, verantwortungslosen Gesellschaft wird Tag für Tag mehr zur "alternativlosen", gottgegebenen und halt auch blutigen Normalität.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Akif Pirincci ist der Autor von "Deutschland von Sinnen", wo er die Stellung von Homosexuellen und Frauen in der Gesellschat angreift. Er fällt auf durch schwulenfeindliche, Islamophobe, Frauenfeindliche, beleidigende Angriffe, weshalb er auch schon verurteilt wurde. Er verwendet dabei häufig die gleiche rhetorischen Mittel wie ND und Neonazis. Im Februar und März 2017 wurde er zweimal wegen Volksverhetzung verurteilt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen