Krieg in Syrien Terrormiliz IS aus Palmyra vertrieben

Die syrische Armee hat die Wüstenstadt Palmyra mit Hilfe der russischen Luftwaffe komplett von der Terrormiliz IS zurückerobert.

Palmyra

Bildlegende: Die syrische Oasenstadt gilt als eine der wichtigsten Städte der römischen Zeit. Keystone/archiv

  • Syrische Regierungstruppen haben mit russischer Hilfe die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der Oasenstadt Palmyra vertrieben.
  • Palmyra zählt seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Der IS hatte die Stadt bereits 2015 besetzt und hatte zahlreiche Kulturgüter zerstört.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mit Sitz in Grossbritannien meldete, dass sich die Dschihadisten komplett aus der Stadt zurückgezogen hätten. Die Soldaten kämen aber wegen zahlreicher Sprengfallen nur langsam im Stadtgebiet voran.

Im syrischen Bürgerkrieg hatte der IS Palmyra erstmals 2015 besetzt und viele antike Baudenkmäler beschädigt. Syrer und Russen eroberten die Stadt im März 2016 zurück, mussten sie aber im Herbst wieder räumen. In den vergangenen Wochen waren die Regierungstruppen wieder auf Palmyra vorgerückt.

Kulturgüter zerstört

Palmyra zählt seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Während ihrer Herrschaft zerstörten die IS-Kämpfer dort zahlreiche einzigartige Kulturgüter, darunter den berühmten Baal-Tempel, den prachtvollen Triumphbogen und mehrere antike Grabtürme.

Auf Mitte Februar veröffentlichten Bildern der russischen Armee waren weitere Zerstörungen am Tetrapylon zu erkennen, einem aus vier Türmen bestehenden Monument mit 16 Säulen vom Ende des 3. Jahrhunderts. Die UNO stufte diese Zerstörungen als «Kriegsverbrechen» ein.