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International Terrorwarnung legt Brüssel lahm

Keine U-Bahn und alle Fussballspiele abgesagt: Brüssel steht still. Die belgischen Behörden reagieren damit auf konkrete Hinweise auf einen geplanten Terroranschlag mit Waffen und Sprengstoff. Gemäss Hinweisen befindet sich der Attentäter Salah Abdeslam in der belgischen Hauptstadt.

Legende: Video Terroralarm in Brüssel abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.11.2015.

In Belgien gab es konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag von Terroristen mit Waffen und Sprengstoff. Es habe eine Drohung vorgelegen, dass mehrere Attentäter «an verschiedenen Stellen» in Brüssel gleichzeitig Anschläge verüben könnten, sagte der belgische Premierminister Charles Michel vor Journalisten.

Diese Informationen über eine unmittelbare Gefahr seien der Grund dafür gewesen, die Terrorwarnstufe für die Hauptstadt Brüssel auf das höchste Niveau vier anzuheben. Die belgische Regierung beriet in Brüssel über weitere Sicherheitsmassnahmen. Details nannte Michel zunächst nicht.

Abdeslam in Brüssel vermutet

Konkrete Angaben zur Bedrohungslage gab es bis zum Abend keine, sagt SRF-Korrespondent Sebastain Ramspeck. Möglichweise steht die Warnung im Zusammenhang mit der Verhaftung im Problembezirk Molenbeek. «Dort haben die Behörden mehrere Waffen sichergestellt. Es gibt ausserdem konkrete Informationen, dass sich der mutmassliche Attentäter von Paris, Salah Abdeslam in der Umgebung der Hauptstadt aufhalten soll.»

Legende: Video Sebastian Ramspeck zur Terrorwarnung in Brüssel abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.11.2015.

Zudem meldet die Onlineausgabe der Zeitung «Le Soir» am frühen Abend, dass die Polizei fieberhaft nach mindestens zwei Islamisten fahndet, einer davon soll eine Bombe bei sich tragen. Eine Bestätigung der Behörden liege aber in diesem Fall noch nicht vor, so Ramspeck.

U-Bahn geschlossen, verstärkte Kontrollen

In Brüssel wimmelt es am Samstag von Sicherheitskräften. Die U-Bahn in der belgischen Hauptstadt ist bis Sonntagnachmittag komplett geschlossen, nur Busse und Strassenbahnen fahren.

An den Bahnhöfen werden Passagiere verstärkt kontrolliert. Das Musikfestival Sound/Check, bei dem 130 Musiker in einer Konzerthalle in der Brüsseler Innenstadt auftreten sollten, wurde abgesagt. Öffentliche Gebäude, Einkaufszentren und Märkte blieben geschlossen, so auch das Atomium, das Wahrzeichen der Stadt.

Neue Lagebeurteilung

Die Terrorwarnstufe 4 wurde nach den Worten des Regierungschefs Charles Michels für den Brüsseler Grossraum, den Flughafen Brüssel und die Stadt Vilvorde in Flandern verhängt. Aus dieser Stadt stammen etliche Jugendliche, die sich zu Extremisten entwickelten.

Am Morgen hatte ein Sprecher des nationalen Krisenzentrums im belgischen Radio gesagt: «Die Empfehlungen an die Bevölkerung sind sehr einfach: Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Grossereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr.» In der Hauptstadtregion wurden alle Fussballspiele abgesagt.

Er sei am Morgen mit dem Velo zum Amtssitz des Premierministers gefahren, sagt Washington. «Da hat man schon ein mulmiges Gefühl», meint der Brüssel-Korrespondent zur Stimmung in der Stadt. Man müsse aber sagen: «Brüssel ist heute nicht etwa ausgestorben, es sind Leute unterwegs.»

Im Rest Belgiens gilt den Angaben zufolge weiter die Stufe 3, was einer «möglichen und wahrscheinlichen» Bedrohung entspricht. Brüssel ist auch der Sitz der Einrichtungen der Europäischen Union und der Nato.

Belgien geht gegen Verdächtige vor

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die blutigen Anschläge in Paris zum Teil in Belgien geplant und organisiert. Der mutmassliche Organisator der Attentate, Abdelhamid Abaaoud, war Belgier mit marokkanischen Wurzeln und lebte früher in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek. Er wurde am Mittwoch bei einem Einsatz französischer Spezialkräfte in Saint-Denis nördlich von Paris getötet.

Die Polizei fahndet weiterhin nach dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam, der in Brüssel wohnte. In den vergangenen Tagen gab es zudem mehrere Anti-Terror-Razzien in Brüssel, gegen drei Verdächtige wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.

Festnahmen in der Türkei

In der Türkei sind im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris drei Verdächtige verhaftet worden. Bei einem handle es sich um einen Belgier mit marokkanischen Wurzeln, so die Behörden. Er werde verdächtigt, mögliche Ziele für die Anschläge ausgekundschaftet zu haben. Der 26-Jährige wurde in einem Luxushotel im Urlaubsort Antalya festgenommen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Der NWO Plan geht auf :-) Bald nehmen Sie uns alle Freiheiten weg mit der Ausrede uns vom Terrorismus beschützen zu wollen :-)
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Es ist genau dass, was die Islamisten wollen. Panik, Angst und Lähmung des öffentlichen Lebens! Dazu kommen gigantische Summen von Geldern, die aufgebracht werden müssen für den Sicherheitsapparat. Über kurz oder lang werden die EU-Staaten,die eh schon hoch verschuldet sind, finanziell ausbluten. Und wiederum hat der einfache Bürger die Hauptlast zu tragen.Wann endlich werden arabische Staaten wie KSA,welches Geld für 200 Moscheen in D aufbringen kann, aber keines für den Kampf gegen den Terror!
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Diese Terroristen sind Menschen, die wollen ihre eigene Hassreligion ausleben und am besten geht es natürlich da, wo Freiheit herrscht, wo sie vollalimentiert werden und wo es genügend Menschen gibt, die dafür demonstrieren, dass sie alles machen können, was sie wollen, ohne sich an Recht und Gesetz halten zu müssen. Weil sie eben anders sind und viel bessere Wertevorstellungen haben als die anderen Menschen hier.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) 90% der Europäer haben immer noch keine Ahnung, dass eine unausweichliche Konfrontation Jahrzehnte lang aufgeschoben wurde. Für die eigene Ruhe und den eigenen Pazifismus wurde Stück für Stück die Freiheit verkauft. Es wird Lösungen geben; für die man heute noch ins Gefängnis wandert.
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