Rialto-Brücke im Visier Terrorzelle in Venedig zerschlagen

Die Rialto-Brücke in Venedig

Bildlegende: Die Rialto-Brücke ist wie das Kolosseum in Rom und der Schiefe Turm von Pisa ein Wahrzeichen Italiens. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Männer aus dem Kosovo sind in Venedig von der Polizei festgenommen worden, darunter ein Minderjähriger.
  • Die Männer hatten sich radikalisiert und kriminelle Taten und Attentate vorbereitetet – in abgehörten Gesprächen erwähnten die Männer auch die Rialto-Brücke in Venedig als mögliches Anschlagsziel.

Anti-Terror-Einheiten der italienischen Polizei haben eine Terrorzelle zerschlagen. Deren Mitglieder sollen möglicherweise einen Anschlag auf die berühmte Rialto-Brücke in Venedig geplant haben.

Die drei Männer seien in der Nacht zum Donnerstag gefasst worden, teilte die italienische Polizei mit. Zudem sei ein Minderjähriger in Gewahrsam genommen worden. Bei 12 Hausdurchsuchungen unter anderem im historischen Zentrum wurde Beweismaterial beschlagnahmt.

Alle Festgenommenen stammten aus dem Kosovo. Sie seien wegen ihrer «religiösen Radikalisierung» ins Visier der Ermittler geraten. Es habe ausreichende Erkenntnisse über ihre Aktivitäten gegeben, um sie festzunehmen.

«Ja, werfen wir eine Bombe und dann: bumm, bumm»

Staatsanwalt Adelchi D'Ippolito präsentierte laut Nachrichtenagentur Adnkronos bei einer Pressekonferenz Inhalte von abgehörten Gesprächen zwischen den Terrorverdächtigen. Einer der Verdächtigen sagte demnach, es sei nötig, «eine Bombe auf der Rialto-Brücke zu platzieren», um schnell ins Paradies zu kommen. Sein Komplize habe geantwortet: «Ja, werfen wir eine Bombe und dann: bumm, bumm». «Es ist dieser besorgniserregende und alarmierende Satz, den wir im Zuge der Abhörmassnahmen aufgedeckt haben», sagte D'Ippolito.

Ob die Gruppe bereits konkrete Anschlagspläne hatte, wurde nicht bekannt. Die Überwachung habe aber ergeben, dass sich die Männer radikalisierten und auf kriminelle Taten und Attentate vorbereiteten. «Wir haben jede ihrer Beziehungen, alle ihre Kontakte mit der Aussenwelt kontrolliert», sagte D'Ippolito.

Anschlag in London verherrlicht

Die Zeitung «La Repubblica» berichtete, einige von ihnen hätten den Wunsch geäussert, in Syrien zu kämpfen. Zudem hätten sie im Internet Handbücher für den Nahkampf heruntergeladen, darunter auch Techniken für die Anwendung von Messern.

Nachdem die Männer den Anschlag im Londoner Parlamentsviertel in der vergangenen Woche begeistert kommentiert hätten, hätten die Ermittler rasch gehandelt. Bei dem Anschlag in London wurden ausser dem Attentäter drei Menschen getötet.