Thailand kommt nicht zur Ruhe

Mit einem Grossaufgebot von Soldaten und Polizisten will die Militärjunta in Bangkok Demonstrationen verhindern. Trotz geltendem Versammlungsverbot fürchtet sich das Militär vor neuen Unruhen.

Dutzende Soldaten in Kampfmontur.

Bildlegende: Das Zentrum von Bangkok ist in der Hand der Armee. Reuters

Vor zehn Tagen haben die Militärs einmal mehr eine gewählte Regierung entmachtet und Strassenproteste beendet. Doch seit der Verhängung des Kriegsrechts brodelt es in Thailand.

In frühestens 14 Monaten will das Militär wieder demokratische Wahlen zulassen. Wie Juntachef Prayuth Chan-Ocha am Freitag in einer Fernsehansprache sagte, will die Armee selbst die Amtsgeschäfte zwei bis drei Monate führen. Anschliessend soll eine zivile Regierung ernannt werden, die aber vor Neuwahlen ein Jahr lang Reformen durchsetzen soll.

«Putschparty» in Bangkok

Auf der Strasse regt sich aber Widerstand. Um ein Aufkeimen von Protesten zu verhindern, reagiert das Militär mit einem Grossaufgebot. Die Sicherheitskräfte bezogen in einem zentralen Einkaufsviertel von Bangkok Posten, in dem ein politischer Aktivist eine «Putschparty» angekündigt hatte.

Das vom Militär verhängte Kriegsrecht untersagt Versammlungen mit mehr als fünf Teilnehmern. Bis zum Nachmittag kam es aber zu keinen grösseren Demonstrationen. Rund 50 Putschgegner trafen sich an einer Kreuzung und riefen «Wahlen, Wahlen» sowie «Armee und Polizei, raus hier».