Zum Inhalt springen

International Thais protestieren mit Geste aus «Hunger Games»

Vorbild Hollywood: In Bangkok imitieren Thais eine stille Grussgeste aus «Hunger Games», um ihre Wut auf die Militärjunta zu zeigen. Das ist nicht ungefährlich.

Linker Arm in die Höhe, drei Finger ausgetreckt: Mit diesem Gruss nimmt Katniss Everdeen im Film «Hunger Games» Abschied von ihrer getöteten Freundin. Schnell wird die Geste zum Zeichen des Aufstands. Die Menschen haben genug von der Staatsmacht und ihren perversen Spielen, in welchen junge Dorfbewohner gegeneinander antreten müssen – in einem brutalen Kampf auf Leben und Tod.

Armee droht

Den Gruss sieht man seit dem Wochenende auch im richtigen Leben, auf den Strassen Bangkoks. Viele Thais protestieren so gegen die Militärjunta, welche seit dem Putsch vom 22. Mai im südostasiatischen Land an der Macht ist. In der Einschränkung der Pressefreiheit und der verhängten Ausgangssperre sehen sie Vorboten eines totalitären Regimes, das es zu verhindern gilt.

Die Militärs haben inzwischen angekündigt, Leute zu verhaften, welche den «Hunger Games»-Gruss in grösseren Gruppen machen würden. Bereits am Wochenende wurden einzelne Protestierende in Gewahrsam genommen, nachdem sie die Geste ausgeführt hatten.

Ausgangssperre gelockert

Anderthalb Wochen nach dem Putsch in Thailand hat die Armee die nächtliche Ausgangssperre in den grössten Touristenhochburgen des Landes aufgehoben. In Pattaya, auf Koh Samui und in Phuket gelten künftig keine Beschränkungen mehr. Im Rest des Landes bleibt die Ausgangssperre zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens bestehen.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jury Maligan, Chiang Mai
    Demonstrationen wurden vom Militär verboten. Es ist wichtig und richtig, dass dies durchgezogen wird. Was die Demos von Rot, Gelb und Weiss vorher bewirkt haben: Unruhe, Tote, Stagnation, Aufruhr und politischen Stillstand. Dieser falschseitige Pfadigruss bedeutet nichts anderes als Demonstration. Es sind auch nur noch wenige Heisssporne, welche sich, vor allem durch ausländischen Einfluss dazu ermuntert sehen. SF: Sie schreiben "viele Thais"... nein, es lohnt sich kaum darüber zu berichten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Fiktion war, Realität ist jetzt. Das Militär mit Prayuth ist einem Bürgerkrieg zuvorgekommen, und hat die Scharfmacher entwaffnet. Es war wohl die einzige Möglichkeit um der Patt Situation zu entrinnen. Was Prayuth sympathisch macht ist daß er sich für sein Vorgehen entschuldigt, es aber keine andere Möglichkeit gegeben hat. Das Thailändische Volk und der König stehen der Machtübernahme durch das Militär positiv gegenüber, denn die meisten haben genug von Demonstrationen, Gewalt und Toten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Nun ja da haben die jungen Thais recht, aber solange die millitanten Opponenten nicht in der Lage sind einen demokratischen Kompromiss zu erreichen, solange bedürfen sie der militärischen Vernunft von Prayout, der für Ordnung sorgt. Keine Demokrtie ist es wert um zu gewinen hunderte von Menschenleben zu opfern und ein Land ins Verderben zu führen. Es ist immer so, wenn zwei sich streiten lacht der Dritte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen