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Gammelfleisch-Eklat Tierischer Skandal in Brasilien: EU schickt Produkte zurück

Legende: Video Gammelfleisch auch auf unseren Tellern? abspielen. Laufzeit 2:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Europäische Union hat einen Lieferbann gegen 21 brasilianische Produzenten verhängt.
  • Anders als China, Mexiko, Hongkong und Chile verhängte die EU aber keinen kompletten Importstopp.
  • Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe vor einer Woche seien die Exporte von Schweinefleisch und Geflügel um 22 Prozent zurückgegangen, erklären die Behörden.

Wegen des Gammelfleischskandals in Brasilien hat die EU den Import von Fleisch aus dem Land teilweise ausgesetzt. Die Lieferungen der 21 unter Verdacht stehenden Produzenten würden abgewiesen und zurückgeschickt, erklärte der maltesische EU-Vorsitz.

Die Entscheidung fiel bei einem Treffen von Veterinär-Experten aus den EU-Mitgliedstaaten, an dem auch Vertreter der EU-Kommission teilnahmen. Darüber hinaus sollen Kontrollen von Fleischlieferungen aus Brasilien verschärft werden. Anders als China, Mexiko, Hongkong und Chile verhängte die EU aber keinen kompletten Importstopp.

Rückrufaktion veranlasst

Brasilien ist der weltgrösste Exporteur von Rindfleisch. Der Gammelfleischskandal dort war vor rund einer Woche bekannt geworden. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. 21 Firmen gerieten ins Visier der Ermittler.

Exporte brechen ein

Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe vor einer Woche seien die Exporte
von Schweinefleisch und Geflügel um 22 Prozent zurückgegangen, teilte
der Branchenverband Brazilian Animal Protein Association mit.
Zahlen zum Rindfleisch-Geschäft wurden nicht genannt.

Die brasilianische Verbraucherschutzbehörde veranlasste am Freitag eine Rückrufaktion. Drei Produzenten müssen nun binnen fünf Tagen ihre Ware aus dem Handel nehmen.

Fleischexporte: 14 Mrd. Dollar pro Jahr

Die Fleischbranche war bislang einer der wenigen florierenden Wirtschaftssektoren im rezessionsgeplagten Brasilien. Die Fleischexporte des Landes erreichen fast 14 Milliarden Dollar im Jahr.

Die Regierung und Verbandsvertreter haben betont, der Skandal betreffe einzelne schwarze Schafe und nicht die Branche insgesamt. Trotzdem werden Rückschläge für die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas befürchtet. «Es wird sicherlich Auswirkungen haben», sagte Planungsminister Dyogo Oliveira. «Aber wir haben noch keine klare Vorstellung, in welchem Ausmass.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Ich finde es krass, dass die EU aus Brasilien Fleisch im grossen Stil importiert, während in den östlichen EU-Staaten die Tierhaltung und die Fleischverarbeitungsindustrie komplett zerschlagen wurde - seit dem EU-Beitritt. Profit, Profit über alles...
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Heute Gammelfleisch aus Brasilien, morgen Pestizit vergifteter Kaffe... so war es auch schon in der Vergangenheit. Solange wir das gottgegebene Recht haben alles in rauhen Mengen zu konsumieren und zu besitzen, solange bleibt alles nur ein Skandälchen - und es vergeht. Wetten dass in einer Woche niemand mehr darüber redet? Also, wieso überhaupt darüber berichten? Auf der Welt gibt es 1 Gerechtigkeit und 1 Logik: "Alles für mich".Und darum kaufe ich heute bestes Rindfleisch aus Argentienien
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Grundsätzlich gilt für die Schweizer Politik: Primär lukrativer "Handel" betreiben, um jeden Preis! Kommen irgendwann Reklamationen/Aufdeckungen in der Öffentlichkeit mit Probleme bzgl. Ausbeutung von Natur, Tier, Mensch, verantwortungslose Anbau-,Tierhaltungs-und Tötungsmethoden, skrupellose Arbeitsbedingungen,....verhält man sich "überrascht" und natürlich unschuldig... Das ist "clevere", aber verantwortungslose Schweizer Wirtschafts-Politik seit Jahren...!!
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