Tod von Anwalt Magnitski bleibt ungesühnt

Der russische Jurist Sergej Magnitski starb 2009 qualvoll im Gefängnis. Dafür soll eine mächtige Gruppe aus Staatsbeamteten verantwortlich sein. Trotz Vorwürfen will die russische Justiz nichts von Mord wissen und stellt alle Ermittlungen ein.

Mehr als drei Jahre nach dem qualvollen Tod des Moskauer Anwalts Sergej Magnitski haben russische Behörden die Ermittlungen eingestellt. Es gebe keinen Hinweis auf ein Verbrechen, teilte die oberste Ermittlungsbehörde in Moskau mit.

Bei dem Juristen der Firma Hermitage Capital seien weder Spuren von Folter noch anderer physischer Gewalt gefunden worden. Menschenrechtler, frühere Kollegen sowie Angehörige Magnitskis werfen den Behörden vor, den Anwalt 2009 in Haft zu Tode gefoltert zu haben.

Ein Anwalt der Familie kündigte an, gegen die Einstellung der Ermittlungen Einspruch einzulegen. Die Verantwortlichen für den Tod des 37jährigen müssten gefunden werden.

Antwort Magnitski-Liste

Der Jurist hatte Offiziere des Innenministeriums beschuldigt, den Staat um mehr als 200 Millionen US-Dollar geprellt zu haben. Er war daraufhin festgenommen worden und starb in Untersuchungshaft. Nach offiziellen Angaben erlag er einer Herzschwäche und einem Blutgerinnsel.

Der Fall Magnitski sorgte international für Aufregung – auch weil Russland dem Toten einen Prozess wegen Steuerbetrugs macht. Die USA haben gegen Funktionäre, die gegen ihn vorgegangen waren, Sanktionen verhängt.