Tod zweier Soldaten heizt Kaschmir-Konflikt an

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen Indien und Pakistan droht zu eskalieren. Grund ist eine Verletzung des Waffenstillstands in der Grenzregion Kaschmir.

Indische Soldaten tragen einen Sarg auf den Schultern.

Bildlegende: Indien wirft Pakistan vor, für den Tod zweier Soldaten von Sonntag verantwortlich zu sein. Reuters

Der Streit zwischen Indien und Pakistan um massive Verletzungen des Waffenstillstands in Kaschmir eskaliert. Indien bestellte den pakistanischen Botschafter ein. Pakistans Armee dementierte, dass sie zwei indische Soldaten getötet haben soll.

Die pakistanische Armee wies am Mittwoch indische Berichte zurück, dass es ein Gefecht gegeben habe und indische Soldaten getötet worden seien. Man habe die indischen Behörden informiert, dass für diese Vorwürfe keinerlei Anhaltspunkte gefunden worden seien, erklärte ein Verantwortlicher der Streitkräfte.

Der Einsatzchef der pakistanischen Streitkräfte habe sich darüber auch mit seinem indischen Kollegen ausgetauscht. Die indische Regierung hingegen bezeichnete den Zwischenfall vom vergangenen Sonntag als «Provokation».

Konflikt schwelt seit 1947

Indiens Aussenminister Salman Kurshid sprach im Nachrichtensender NDTV von einem «entsetzlichen» Vorfall, der nicht hinnehmbar sei. Indischen Medienberichten zufolge wurde mindestens einer der zwei Soldaten enthauptet. Der Kopf sein nicht aufgefunden worden, meldete NDTV.

Das sehe nach indischer Propaganda aus. Diese solle von einem Angriff auf einen pakistanischen Posten am Sonntag durch indische Truppen ablenken, sagte ein pakistanischer Armeesprecher. Bei der Attacke sei ein Soldat getötet worden.

Seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 haben Indien und Pakistan zwei ihrer drei Kriege um Kaschmir geführt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Extremisten um die Unabhängigkeit der Region oder den Anschluss an Pakistan.