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Flugzeugabsturz in Kolumbien Todesflug der brasilianischen Fussballer wird zum Kriminalfall

Nach dem Flugzeugabsturz der brasilianischen Fussballmannschaft Chapecoense in Kolumbien hat die Polizei in Bolivien drei Personen festgenommen.

Legende: Video Trauerfeier in Chapecó abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Festnahmen im Rahmen der Ermittlungen nach dem Absturz einer Chartermaschine von LaMia Bolivia.
  • Verdacht auf Kerosinmangel.
  • Eine Mitarbeiterin der Flughafen-Betreibergesellschaft ist nach Brasilien geflüchtet und bittet um Asyl. Sie hatte vor zu wenig Treibstoff im Flugzeug gewarnt.

Nach dem Flugzeugabsturz mit der brasilianischen Fussball-Erstliga-Mannschaft Chapecoense hat die bolivianische Polizei den Geschäftsführer und zwei Angestellte der privaten Fluggesellschaft LaMia Bolivia vorläufig festgenommen. Dies gab der zuständige Staatsanwalt Ivan Quintanilla bekannt.

Die Festgenommenen müssen nun erklären, warum das Flugzeug mit einer nur knapp bemessenen Menge an Treibstoff gestartet ist.

Verhört werden neben dem Geschäftsführer von LaMia, Gustavo Vargas, auch dessen Sohn, der im zivilen Luftfahrtamt unter anderem für die Verteilung von Fluglizenzen zuständig ist.

Auch ein Flugzeugmechaniker und eine Sekretärin der Fluggesellschaft LaMia Bolivia werden befragt.

Zudem wurde in verschiedenen Büros bei Durchsuchungen Beweismaterial sichergestellt.

Mitarbeiterin hatte gewarnt

Inzwischen ist eine Mitarbeiterin der bolivianischen Flughafen-Betreibergesellschaft AASANA nach Brasilien geflüchtet. Sie war am vergangenen Donnerstag vom Dienst freigestellt worden.

Die Mitarbeiterin hatte die Fluggesellschaft LaMia Bolivia gewarnt, dass die angegebene Menge Treibstoff genau der erforderlichen Flugzeit von vier Stunden und 22 Minuten zwischen Santa Cruz de la Sierra und Rionegro bei Medellin entspräche. Trotz dieser Warnung habe das bolivianische Zivilluftamt den Flug freigegeben.

Laut bolivianischen Behörden ist die ehemalige Mitarbeiterin bereits am Montag «illegal» nach Brasilien ausgereist und hat dort einen Asylantrag gestellt. Die brasilianischen Behörden teilten mit, sie befürchteten negative Konsequenzen für die Frau und ihre Familie in Bolivien.

Die Vorgeschichte

  • Die brasilianische Fussball-Erstliga-Mannschaft Chapecoense war am Montag vor einer Woche von Santa Cruz mit einem Charterflugzeug von LaMia Richtung Medellin gestartet.
  • Wenige Kilometer vor dem Ziel meldete der Pilot den Mangel an Treibstoff. Kurz darauf stürzte die Maschine ab. Am Unglücksort gab es keine Explosion, woraus geschlossen wird, dass kein Kerosin mehr im Tank war.
  • Insgesamt kamen beim Absturz 71 Menschen ums Leben. Unter ihnen fast die gesamte Fussballmannschaft Chapecoense, sowie 20 Journalisten. Sechs Überlebende wurden geborgen und sind derzeit noch im Spital.
Legende: Video Fussballmannschaft stirbt bei Flugzeugabsturz abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.11.2016.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Polli (Pittbull)
    Der Pilot setzte keinen Notruf ab sondern verlangte nur Priorität. Vermutung: er wollte so einer Busse entgehen. Er wusste ja dass es "knapp war" Die Argentinische Nationalmannschaft benützte vor gut 3 Wochen den selben Flieger von Belo Horizonte (Brasilen) nach Buenos Aires Flugzeit war 4:04 h. Reichweite des Flugzeuges 4:22 h. Schon damals stimmte einiges nicht. War ja auch ein internationaler Flug. Die Argentinischen Spieler weigerten sich diesen Flieger für einen weiteren Flug zu benützen.
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  • Kommentar von Bruno Polli (Pittbull)
    Es sind noch 5 Personen im Spital wobei ein Fussballspieler immer noch im Koma ist. Der Flugtechniker wurde aus dem Spital entlassen. Das Flugzeug davor hatte Treibstoffverlust gemeldet. Die Frau im Bericht machte auf 5 Punkte aufmerksam VOR Abflug welche zu Komplikationen führen können u.a. Treibstoff reicht nicht, keine Reserve von 30 Minuten plus 5 0/0 (bei Intl. Flügen), kein Plan B (Ausweichflughafen) etc etc Antwort war: "machen Sie sich keine Sorgen wir fliegen einfach schneller"
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Zur knappen Kerosinbetankung kam noch hinzu, dass die Maschine eine Warteschleife fliegen musste, weil ein weiteres Flugzeug Treibstoffmangel meldete.Der Text bei "Vorgeschichte" weist einige Mängel auf.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Bekanntlich ist dieser Zusammenhang nur bedingt relevant, weil normalerweise immer so viel Reserve im Tank sein muss, dass Warteschleifen gefahrlos geflogen werden können.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Auch der Pilot muss doch schon vorher bemerkt haben, dass er zu wenig Treibstoff an Bord hat und vorher eine Warnung abgeben und um eine Notlandung bitten. Eine merkwürdige Geschichte.
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