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International Tote bei Luftangriffen auf Schule in Aleppo

Neue Meldungen über Gräueltaten in Syrien: In Aleppo sterben zehn Schulkinder bei einem Luftschlag, in Homs 100 Menschen bei einem Terroranschlag. Auch in Jordanien und Libanon droht Eskalation.

Legende: Video Zerstörung nach dem Luftangriff (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.04.2014.

Die Konfliktparteien im Bürgerkrieg in Syrien gehen immer brutaler vor. Bei einem Luftangriff auf eine Schule in Aleppo wurden heute nach Angaben von Aktivisten mindestens 18 Menschen getötet – unter ihnen zehn Kinder.

Oppositionelle berichtete ferner über zehn öffentliche Hinrichtungen in der Stadt Al-Rakka. Mitglieder der extremistischen Gruppe «Islamischer Staat» im Irak und Syrien sollen dabei zwei Männer gekreuzigt haben. Verbreitet wurde ein Foto eines Opfers mit einem Schild um den Hals. Darauf wurde er beschuldigt, an dem Ort einen Bombenanschlag verübt zu haben.

Autobombe in Homs explodiert

Derweil erhöhte sich die Zahl der bei einem Doppelanschlag in Homs am Vortag getöteten Menschen auf 100. Die militanten Islamisten der Al-Nusra Front bekannten sich nach Angaben der oppositionellen Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter zu der Attacke, die zu den bislang tödlichsten in der Stadt zählt.

Legende: Video Autobomben explodieren in Homs (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.04.2014.

Am Dienstag waren im Al-Sahra-Viertel, in dem vorwiegend Angehörige der alawitischen Religionsgemeinschaft leben, kurz hintereinander zwei Autobomben explodiert. Auch Assads Familie gehört der muslimischen Minderheit der Alawiten an. Die Al-Nusra Front steht hingegen dem sunnitischen Terrornetzwerk Al-Kaida nahe.

Drohendes Macht-Vakuum

Im Libanon wirkt sich der Konflikt derzeit auch auf die Präsidentenwahl aus. Ein zweiter Wahlversuch scheiterte heute, weil Abgeordnete der pro-iranischen Hisbollah die Abstimmung boykottierten. Die Schiitenbewegung ist mit dem Assad-Regime verbündet, während andere Parteien die Rebellen unterstützen.

Parlamentspräsident Nabih Berri vertagte die Sitzung auf den 7. Mai. Die sechsjährige Amtszeit von Präsident Michel Suleiman endet am 25. Mai. Sollte bis dahin keine Einigung gefunden werden, droht dem Land ein gefährliches Vakuum.

Nachbarland in Bedrängnis

Jordanien reagiert unterdessen mit einem neuen, riesigen Flüchtlingslager auf den Zustrom von etwa 600 Syrern am Tag. Nach monatelangen Vorbereitungen wurde mitten in der Wüste das Camp Asrak offiziell eröffnet. Das völlig überfüllte Lager Saatari, in dem es immer wieder Unruhen gibt, soll damit entlastet werden.

In Saatari sind rund 100'000 Flüchtlinge auf engstem Raum untergebracht. In Asrak sollen langfristig sogar bis zu 130'000 Menschen Zuflucht finden. In dem Fall würde es Saatari als zweitgrösstes Flüchtlingslager der Welt ablösen.

Mehr als 1,3 Millionen Menschen sind nach Schätzungen seit Beginn des Syrienkonflikts 2011 nach Jordanien geflüchtet. Der Bürgerkrieg hat schon mehr als 150'000 Menschen das Leben gekostet.

Präsidentenwahl

Am 3. Juni will sich Assad trotz internationaler Kritik als Staatschef wiederwählen lassen. Für die Präsidentschaftswahl meldeten sechs weitere Bewerber ihr Interesse an. Wegen den Regeln werden am Ende aber nur drei der 17 Kandidaten auf den Wahlzetteln stehen. Millionen Syrer werden wegen des Bürgerkriegs nicht an der Wahl teilnehmen können.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Man weiss nicht mehr, wer in Syrien für was gegen Assad kämpft. Die Radikalisierung der Revolutionäre ist derart fortgeschritten, wie auch die Metamorphose Syriens zu einem Schlachthof ohne Sinn und Verstand.Daher interessiert sich die Weltöffentlichkeit nicht mehr für die Zukunft Syriens, die jede Sekunde von allen Kriegsparteien verraten wird. Das Land begeht Selbstmord und die Syrer werden so lange durch die Hölle gehen müssen, bis sie des Krieges müde werden.
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