Tote bei Razzien gegen Schwarzarbeiter

In der saudischen Hauptstadt Riad sind bei Unruhen in einem armen Ausländerviertel zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Hintergrund ist der Kampf der Behörden gegen Schwarzarbeiter.

Gastarbeiter in Riad rennen vor der Polizei davon

Bildlegende: Gastarbeiter versuchen einer Kontrolle der saudischen Behörden zu entkommen. Reuters

Das Königreich Saudi-Arabien geht seit einer Woche verschärft gegen Gastarbeiter vor. Tausende Ausländer ohne gültige Arbeitsbewilligungen wurden festgenommen. Die Regierung hofft, auf diese Weise die hohe Arbeitslosigkeit unter der einheimischen Bevölkerung in den Griff zu bekommen.

Kontrolle eskaliert

Die jüngsten Unruhen sind vor diesem Hintergrund zu sehen. Die Behörden nahmen in der Nacht auf Sonntag 560 Demonstranten fest, wie die Polizei in Riad mitteilte. Die Proteste eskalierten, als die Bewohner Steine warfen und mit Messern drohten. Einer der beiden Toten sei ein saudischer Bürger gewesen. Einzelheiten nannte die Polizei nicht.

Im hauptsächlich von Südasiaten und Afrikanern bewohnten Armenviertel Manfuha im Süden der Hauptstadt Riad war bereits Mitte der Woche bei einer Polizei-Razzia ein Äthiopier getötet worden.

Mehr Arbeitsplätze für Einheimische

Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat die saudische Polizei Tausende Gastarbeiter in Abschiebehaft genommen, deren Papiere ungültig waren. Es handelte sich vor allem um Billigarbeiter aus Südasien, Afrika und dem Jemen.

Mit dem Vorgehen gegen ausländische Schwarzarbeiter will die saudische Regierung den Einheimischen zu mehr Arbeitsplätzen verhelfen. Die Arbeitslosigkeit im Land beträgt gemäss dem Internationalen Währungsfonds rund 12 Prozent.