Tote bei Zusammenstössen in der Türkei

In der Türkei provozieren demonstrierende Kurden Übergriffe aus der türkischen Bevölkerung. Bislang sind über 30 Menschen umgekommen. In 35 der 81 türkischen Provinzen ist es seit Dienstag zu Ausschreitungen gekommen.

Blick auf eine Strassenschlacht in Ankara. Ein Wasserwerfer versprüht ein Wasser-Tränengas-Gemisch.

Bildlegende: Die Proteste der Kurden haben ganz Europa erfasst. Nicht nur in Ankara gehen Behörden gegen sie vor. Keystone

In der Türkei kosten die Proteste gegen die türkische Untätigkeit im Kampf um Kobane immer mehr Menschen das Leben. Inzwischen seien bei Zusammenstössen vor allem im kurdisch geprägten Südosten des Landes 31 Menschen getötet worden, sagte Innenminister Efkan Ala in Ankara.

Von Gruppe attackiert

In 35 der 81 türkischen Provinzen sei es seit Dienstag zu Ausschreitungen gekommen. Die Türkei hat an ihrer Südgrenze Panzerverbände in Schuss- und Sichtweite von Kobane stationiert, ist aber nicht bereit, allein mit Bodentruppen gegen den IS vorzugehen. Dies provoziert die Wut der kurdischen Bevölkerung.

So sind auch bei Unruhen in der Provinz Gaziantep an der Grenze zu Syrien in der Nacht vier Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Kurdische Demonstranten seien dabei von anderen Gruppen attackiert worden. Zwei Gebäude, die von einer kurdischen Partei genutzt wurden, seien in Brand gesetzt worden.

Mutmassliche Täter getötet

Bei einem Angriff auf Polizisten in der östlichen Provinz Bingol wurden Dogan zufolge zudem zwei Beamte getötet. Die Polizisten seien attackiert worden, als sie Geschäfte inspizieren wollten, die bei Kurden-Protesten beschädigt worden waren.

Zwei weitere Polizisten seien bei einem Angriff am Donnerstag schwer verletzt worden. Bei der anschliessenden Fahndung seien vier mutmassliche Täter getötet und zwei weitere festgenommen worden. Das Motiv der Angreifer ist unklar. Ein Bekennerschreiben liegt nicht vor.

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