Tote Flüchtlinge auf dem Mittelmeer soll es nicht mehr geben

Das tödliche Flüchtlingsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa schockierte im Oktober die Welt. Danach setzte die EU eine Expertengruppe ein. Das Ziel: Tragödien dieser Art künftig zu vermeiden. Nun liegen Vorschläge auf dem Tisch.

Nach der Flüchtlingstragödie von Lampedusa mit mehr als 360 Toten empfiehlt eine EU-Expertengruppe mehr Grenzschutz im Mittelmeer. So sollten beispielsweise die Patrouillen der Grenzschutzagentur Frontex verstärkt und besser koordiniert werden, erklärte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in Brüssel.

«Nach Lampedusa gab es sehr starke Worte in der Europäischen Union», sagte Malmström. «Jetzt ist es Zeit zu zeigen, dass wir unser Äusserstes getan haben, um die Risiken zu minimieren, dass sich das wiederholt.»

Bessere Zusammenarbeit mit Herkunftsländern

Die Expertengruppe unter Leitung der EU-Kommission empfiehlt unter anderem, Flüchtlinge besser innerhalb Europas zu verteilen. Malmström appellierte an die EU-Staaten, gerade Menschen aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufzunehmen.

Während die USA im vergangenen Jahr 50'000 Syrienflüchtlinge aufgenommen hätten, seien es in Europa weniger als 5000 Menschen gewesen. Europa muss nach Einschätzung der Experten auch besser mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge zusammenarbeiten.

Mehr Unterstützung auch für Italien und Malta

«Wir müssen uns die Grundursachen von Migration, Armut und Unterdrückung ansehen», sagte Malmström weiter. Insbesondere mit Ländern am südlichen und östlichen Rand des Mittelmeers sei noch mehr Zusammenarbeit nötig. Europa müsse mehr Wege zur legalen Einwanderung schaffen, sagte Malmström.

Länder wie etwa Italien sollen mehr Hilfe bekommen beim Umgang mit Flüchtlingen. Die EU-Polizeibehörde Europol soll auch in den Ländern Nordafrikas stärker gegen Menschenschmuggel vorgehen. Hierzu sind dem Bericht zufolge Zusatzausgaben von bis zu 400'000 Euro jährlich nötig.