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Urteil wegen Vergewaltigung Tote nach Urteil gegen indischen Guru

  • Gurmeet Ram Rahim Singh, ein Guru aus Indien, wurde der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen im Jahr 2002 schuldig gesprochen.
  • Mehr als 100'000 Anhänger des umstrittenen selbsternannten Heiligen waren zu Urteilsverkündung am Freitag in die nordindische Stadt Panchkula gekommen.
  • Dabei kam es zu Krawallen, bei denen laut dem zuständigen Polizeichef 29 Menschen ums Leben kamen. Rund 250 weitere wurden verletzt, wie Medien berichteten.
  • Der 50-jährige Ram Rahim ist in einem anderen Verfahren wegen Mordes an einem Journalisten angeklagt. Ausserdem wird ihm vorgeworfen, Hunderte seiner Anhänger zur Kastration gezwungen zu haben.

Das Strafmass gegen den Guru soll am Montag verkündet werden. Die Ausschreitungen wurden erwartet. Panchkula und die Nachbarstadt Chandigarh sind seit Donnerstag lahmgelegt: Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Der mobile Internetzugang wurde unterbrochen.

Cricket-Stadien als Gefängnisse

Die Armee setzte nach eigenen Angaben 600 Soldaten ein. Auf Videobildern sind chaotische Szenen zu sehen: Randalierer warfen Steine, legten Feuer und zerstörten Übertragungswagen von Fernsehsendern. Polizisten antworteten mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken. Medienberichten zufolge schossen sie auch auf die Randalierer.

Drei Cricket-Stadien waren als Übergangsgefängnisse für festgenommene Krawallmacher vorgesehen. Nach Ausbruch der Gewalt verkündeten die Behörden eine Ausgangssperre in Panchkula.

Sänger, Schauspieler und Heiliger

Ram Rahim ist seit 1990 Anführer der spirituellen Organisation «Dera Sacha Sauda» (etwa: Sekte des wahren Geschäfts), die nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder hat. Sie gehört keiner grösseren Religion an. Der Guru predigt unter anderem Meditation und organisiert soziale Projekte und Umweltaktionen.

Der 50-Jährige tritt gerne extravagant auf. Er trägt oft funkelnden Schmuck und zeigt sich häufig auf einem Motorrad. Zudem ist er Popsänger und hat Action-Filme mit sich selbst in der Hauptrolle als «Bote Gottes» gedreht.

Legende: Video Guru und Popstar abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Aus SRF News vom 25.08.2017.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Die Bandbreite von funtamentalistischen Führern - von wirklichem Vorbildcharakter bis total amoralisch und funtamnetalistisch - ist riesig und scheint Vorallem in der Religion, Politik aber auch Wirtschaft ein gutes Spielfeld zu finden. Und leider gibt es auch genug Menschen denen das Unterscheidungsvermögen fehlt. Eine Verbesserung bringt aber nicht das Abschaffen von Politik, Religion und Wirtschaft sondern Verantwortungsgefühl und Unterscheidungsvermögen. Das ist die Herausforderung.
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  • Kommentar von Joyce Schmid (jms)
    Und fast alle Demonstranten sind Männer! Was sagt das aus? Ich bin entsetzt, dass die Männer ein Vergewaltiger unterstützen. Bravo, dass er schuldig gesprochen wurde.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Ein ausgezeichnetes Geschärft mit dem Gehirn anderer zu spielen, wird schon seit Jahrtausenden praktiziert. Zum Glueck gibt es noch Leute die nuechtern denken koennen und denen das Geschärft legen bevor es zu spaeht ist. In diesem Falle, ist es schon zu einem Problem fuer die Administration geworden in dem ein Gehirnwascher fast schon unantasbaren Gottesstatus erlangt unter seinen Anhängern die denken er waere ueber dem Gesetz.
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