Touristen meiden die Türkei

In der Türkei haben die kurz aufeinander folgenden Terroranschläge Spuren hinterlassen. Die Angst vor weiteren Attentaten geht um. Diese Verunsicherung macht sich nicht nur in der Bevölkerung bemerkbar, sondern auch in der Reisebranche. Auf die wohlverdienten Ferien will aber niemand verzichten.

Leere Liegestühle am Strand von Antalya.

Bildlegende: Die geopolitische Lage hat massive Auswirkungen für die Reisebranche. Reuters

Das Ostergeschäft in den bekannten Destinationen der Türkei fällt in diesem Jahr ziemlich mager aus. Die Branche rechnet mit einem Rückgang von bis zu 60 Prozent.

Das Ausbleiben der Touristen spüren nicht nur die Händler, welche kaum noch die Miete für ihre Shops aufbringen können, sondern auch die Wirtschaft. Auf die stark sinkenden Zahlen reagierte die Regierung in Ankara und stellte schon im Februar ein Hilfspaket von über 80 Millionen Franken für die gebeutelte Branche in Aussicht.

Die Krise beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Metropolen Istanbul und Ankara. In der Touristenhochburg Antalya bleiben die Hotels über diese Tage meist leer. Mehr als 1000 Hotels sollen rund um Antalya bereits zum Verkauf stehen, sagt der Vorsitzende des türkischen Hotelierverbandes Osman Ayik.


Gähnende Leere im Bazar von Istanbul

3:55 min, aus Echo der Zeit vom 26.03.2016

«Schon das Ausbleiben der Russen hatte massive Folgen – dies nach dem Zwist der türkischen Regierung mit Putin, der seine Landsleute höchst persönlich aufgerufen hatte, ihren Urlaub nicht in der Türkei zu verbringen. Dass nun auch noch die Europäer stornieren, gleicht einer Katastrophe.»

Spanien ist ausgebucht

Während die Türkei unter den Folgen des Terrorismus leidet, können sich andere Destinationen über eine stark gestiegene Nachfrage freuen. Zu den Krisengewinner gehören Spanien, Portugal und Italien.

«Wirklich gefragt sind alle Länder, die als sicher gelten», sagt Darren Huston von der Hotelbuchungsseite Booking.com. «Spanien ist ausgebucht und Italien sehr stark gefragt.» Verschiedene Fluggesellschaften bauen bereits ihr Streckennetz um.