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Trauer um Nelson Mandela Nelson Mandela ist tot

Südafrikas Nationalheld ist nach langer Krankheit gestorben. Nelson Mandela wurde 95 Jahre alt. Er sei friedlich dahingeschieden, teilte Präsident Jacob Zuma in einer Fernsehansprache mit. Die Bevölkerung zeigte sich bestürzt über die Nachricht.

«Unsere Nation hat ihren grössten Sohn verloren», betonte Präsident Jacob Zuma. Mandela sei friedlich dahingeschieden. «Nelson Mandela brachte uns zusammen, und zusammen nehmen wir Abschied von ihm», sagte Zuma. Er kündigte ein Staatsbegräbnis an und ordnete an, alle Flaggen im Land auf Halbmast zu setzen.

Beisetzung in rund fünf Tagen

Mandela starb in seinem Haus in Johannesburg. Südafrikas Fernseh- und Radiosender sendeten am Abend nur noch Trauermusik. Die südafrikanische Bevölkerung zeigte sich bestürzt über Mandelas Tod. Die Menschen strömten zu seinem Wohnsitz. Einige sangen alte Lieder aus den Zeiten des Anti-Apartheid-Kampfes. Andere gedachten dem Verstorbenen schweigend.

Mandela soll in seinem Heimatort Qunu im Südosten von Südafrika beigesetzt werden. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten, die vermutlich in etwa fünf bis sieben Tagen stattfinden, werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet.

Mehrere Spitalaufenthalte

Der 95-jährige Mandela war in den vergangenen Monaten wiederholt im Spital behandelt worden. Seine Lunge machte ihm zu schaffen – eine späte Folge seiner jahrelangen Haft. Im Dezember 2012 unterzog er sich einer Gallensteinoperation. Anschliessend erlitt Mandela eine Infektion der Atemwege. Im April musste er wegen einer Lungenentzündung zehn Tage ins Spital.

Nach der erneuten Einlieferung in die Klinik Anfang Juni berichtete das Präsidialamt mehrfach von lebensbedrohlichen Krisen. Zeitweise soll er künstlich beatmet worden sein und wegen Nierenversagens Dialysen bekommen haben.

27 Jahre im Gefängnis

Der erste schwarze Präsident Südafrikas sass wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-System 27 Jahre im Gefängnis. Während seiner langen Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island war er an Tuberkulose erkrankt. Am 11. Februar 1990 wurde er freigelassen.

1994 wurde er zum ersten Präsidenten des demokratischen Südafrika gewählt. Er ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weissen in seinem Land.

Das Leben Mandelas

Zwischen Gefängnis und Friedensnobelpreis: Der interaktive Zeitstrahl zeigt die wichtigsten Lebensstationen von Nelson Mandela im Rückblick.

Zwischen Gefängnis und Friedensnobelpreis: Der interaktive Zeitstrahl zeigt die wichtigsten Lebensstationen von Nelson Mandela im Rückblick.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Hoppla, da habe ich in ein Wespennest gestochen, aber das war mein Ziel. Es ging mir vor allem darum, dass um Mandela immer ein solches Tamtam gemacht wurde, während nie ein Medienhahn danach krähte, dass in Ländern wie Kuba, China usw. Tausende von Unschuldigen ebenfalls so lange eingesperrt waren. - @F. Pitsch: Ich war mit einem Nigerianer und einem Kongolesen befreundet, als es auch in der "weltoffenen" Stadt Zürich noch fast ein Verbrechen war, sich mit Schwarzen zu zeigen.
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    1. Antwort von M. Bolder, Muhen
      "Es ging mir vor allem darum, (...) dass in Ländern wie Kuba, China usw. Tausende von Unschuldigen ebenfalls so lange eingesperrt waren." Wenn es Ihnen vor allem darum ging, dann machen Sie sie doch für diese Menschen stark! Wunderbar! Wenn Sie aber einen Menschen, der an seiner Vision ein Leben lang festhielt und dafür kämpfte - und dabei nach allen Entbehrungen Vergebung und Versöhnung predigte und selber lebte, schlecht machen müssen, dann finde ich das ziemlich schwach!
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Falsch, M. Bolder: Es geht nicht um Schlechtmachen, sondern um Medien-Gleichbehandlung. Ich schätze an Mandela, dass er nach seiner Freilassung viel für eine Art Versöhnung getan hat, die aber noch längst nicht so sein soll, wie sie nach aussen scheint. Nur frage ich mich, warum er den sattsam bekannten Kommunistengruss auch nach seiner Freilassung immer noch demonstrativ viel gezeigt hat. P.S. Wissen Sie überhaupt, was ich für die Gefangenen in Kuba, China usw. tue? Eben nicht.
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    3. Antwort von M. Bolder, Muhen
      @Stump: Lesen Sie bitte Ihren ersten Post unten nochmals durch. Aus diesem wird eben nicht deutlich, worum es Ihnen geht gemäss obigem Post geht. Da steht etwas völlig anderes. Und nochmals: Wenn Sie sich für Gefangene einsetzen: Wunderbar! Und übrigens: Den "Heiland Mandela" haben Sie ins Spiel gebracht. Erwarten Sie von Menschen nicht mehr als das Menschenmögliche. Natürlich ist in Südafrika nicht plötzlich alles perfekt.
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    4. Antwort von M. Wyrsch, Luzern
      J. Stump: Ja, sie stachen in ein Wespennest, indem Sie tendenziöse Aussagen machten! Was ich bei Ihnen nach wie vor vermisse, ist die klare Absage an dieses Apartheidregime von damals. Südafrika war kein Rechtstaat, als Mandela "eingebunkert" wurde. Warum sollte gerade ein Unrechtstaat das Recht haben, Menschen, die sich dagegen wehren, willkürlich zu verurteilen oder zu töten? Ich frage Sie das, ohne dabei den bewaffneten Widerstand des militanten Flügels des ANC zu legitimieren!
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    5. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @M. Wyrsch: Wie ich es schon M. Bolder geschrieben habe, wurden gestern meine drei anderen Beiträge gelöscht, obwohl ich niemanden beleidigt habe und vom Thema nicht abgewichen bin. Deshalb wurde auch nicht deutlich, was ich alles aussagen wollte. Der Apartheid-Staat war an sich natürlich ein Unrecht, aber SA war nicht der einzige. Die UdSSR z.B. war mit ihren "Nationalitätenpässen" auch einer. SA stand deshalb im Fokus der Medien, weil es dort viele Gold- und Diamantenminen gab.
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    6. Antwort von M. Wyrsch, Luzern
      J. Stump: " SA stand deshalb im Fokus der Medien, weil es dort viele Gold- und Diamantenminen gab." Vor allem auch weil der Westen, insbesondere die Schweiz, während der Apartheid mit Südafrika ganz normale wirtschaftliche Beziehungen pflegte und davon profitierte! Das ist für mich unmoralisch und verwerflich! Zur UdSSR: Da bin ich mit Ihnen einverstanden!
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    7. Antwort von M. Bolder, Muhen
      @Stump: Danke für die Aufklärung. Natürlich kann Ihre Absicht nicht deutlich werden, wenn einige Ihrer Beiträge gar nicht freigeschaltet werden. Wenn Sie das so schreiben wollten, wird Ihr Statement wahrscheinlich für die meisten nachvollziehbarer. So wie es unten steht, klingt es halt schon sehr negativ und einseitig.
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    8. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @M. Wyrsch: Sie bestätigen also auch, dass es u.a. um das Gold und die Diamanten ging. Heute ist weniger bekannt, dass SA neben der UdSSR weltweit der grösste Gold- und Diamantenexporteur war. Auch deshalb setzte der rote Block in den Zeiten des Kalten Krieges alles daran, SA zusammen mit der Seefahrtsroute um das Kap der Guten Hoffnung auch mit Hilfe des ANC zu "erobern", gerade auch mit vielen geschickten Fehlinformationen. Mandela war ihnen letztlich egal, aber er nützte ihnen.
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  • Kommentar von Kai Lazarevski, Allschwil
    Nelson Mandela you have My Full respect!!!!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Gleich bekomme ich einen Weinkrampf, der weltweite Mainstream funktioniert bestens. Zu den Fakten, Leute: 1. Dieser "Heiland" hätte gar nicht so lange auf Robben Island sitzen müssen. Schon De Klerks Vorgänger Botha hätte ihn freigelassen, wenn er klar der Gewalt abgeschworen hätte. 2. Als Mandela 1962 eingebuchtet wurde, war er der führende Kopf einer "Befreiungsbewegung", die den offenen bewaffneten Kampf angesagt hatte. Der Staat hatte also durchaus das Recht, ihn wegzusperren.
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    1. Antwort von M. Wyrsch, Luzern
      J. Stump: Lassen wir den Mainstream und „Heiland“ weg und kommen zu den Fakten: Ich bin mit Ihnen einverstanden, ein Rechtstaat hat durchaus das Recht, Menschen, die einer bewaffneten Gruppe angehöhren, einzusperren. Was Sie aber ausblenden, ist die damalige Situation in Südafrika; Rassendiskriminierung, Apartheidpolitik... usw. War das ein demokratischer Rechtstaat? Nein, Südafrika war ein Apartheidregime! Mandela kämpfte dagegen, auch mit Gewalt, die ich auf keinen Fall verharmlosen möchte.
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    2. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Ja. Ein Unrechtsstaat so wie das Dritte Reich.
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    3. Antwort von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
      @J.Stump Zürich. Somit befürworten Sie Apartheid.Ihr rechtsnationales Denken haben Sie bereits einige Male bekannt. Grusig und pietätslos.
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    4. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Ich will Gewalt keinesfalls verherrlichen. Aber hätte Mandela das Angebot de Klerks angenommen, wäre das damit gleichbedeutend gewesen, alles, wofür er bisher gekämpft hatte, zu verleugnen. Er hätte sich kaufen lassen und dem abgeschworen, wofür er sich als junger Mann entschieden hatte: für den Kampf gegen die Apartheid. Mandela hat sich im Lauf seines Lebens entwickelt, seiner Grundintenition, eben diesem Kampf, blieb er stets treu. Mit "Mainstream" hat das nichts zu tun.
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