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International Traurige Tradition: Extremisten zerstören Kulturstätten

Den historischen Ruinen in der syrischen Stadt Palmyra droht die Zerstörung durch die Terrormiliz IS. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Terroristen Kulturstätten «Ungläubiger» zerstören. Auch andere Glaubenskrieger gingen in den letzten Jahrzehnten gezielt gegen Bauwerke anderer Religionen vor.

Indien: Fanatische Hindus verwandeln 1992 die Babri-Moschee im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh in ein Trümmerfeld. Angeblich wurde die Moschee 1528 an einem Ort errichtet, wo zuvor ein Hindutempel gestanden hatte. Ayodhya gilt Hindus als eine der sieben heiligen indischen Städte. Landesweite Unruhen brechen aus, rund 2000 Menschen werden getötet.

Legende: Video 1992: Hindus zerstören Moschee in Ayodhya abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.05.2015.

Afghanistan: Im Bamian-Tal sprengten die radikalislamischen Taliban 2001 zwei monumentale Buddha-Statuen. Sie wurden von unbekannten Künstlern vermutlich zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus in den Fels geschlagen und waren Zeugen der präislamischen Vergangenheit Afghanistans.

Legende: Video Zerstörung der Buddha-Statuen in Bamian (2001) abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.05.2015.

Mali: In Timbuktu, der Wüstenstadt im Norden, zerstören Kämpfer der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine 2012 mehrere muslimische Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Die Islamisten begründeten ihre Tat damit, dass die Stätten mit den Überresten islamischer Gelehrter der Heiligenverehrung gedient hätten.

Legende: Video Bereits im Juli 2012 zerstören Mitglieder von Ansar Dine in Timbuktu ein Mausoleum abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.07.2012.

Irak: Im Februar 2015 zerstört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive Jahrtausende alte Statuen aus assyrischer Zeit. Viele von ihnen waren laut Experten echt. Die historische Stadt Nimrud südlich von Mossul sollen die Dschihadisten mit Bulldozern überfahren haben.

Legende: Video IS-Terroristen als Kultur-Barbaren abspielen. Laufzeit 2:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.02.2015.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Maurer, ZH
    Gibt es den nichts, was diesen kranken Verbrechern heilig ist? Vielleicht müsste man darauf mal ein Bömbelchen werfen! Oder es wenigstens in die Waagschale werfen. Diese feigen Mörder verstehen doch nur Auge um Auge und Zahn um Zahn!!
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  • Kommentar von Thom Germann, Luzern
    Zur Zeit der Heidenverfolgung durch die Christen zerstörten diese praktisch sämtliche Tempel und Statuen der "Ungläubigen". Das sollte man auch mal bedenken.
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    1. Antwort von C. Szabo, Thal
      Und die grösste Zerstörung der Christen begann erst global nach den Entdeckungsfahrten der Europäer im 16. JH. Nicht nur Kulturgegenstände wurden zerstört und/oder geraubt, sondern ganze Kulturen mitsamt der ansässigen Bevölkerung dezimiert. Ausserdem findet gelebte Kultur zum Grossteil in den Köpfen der Bewohner statt.
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    2. Antwort von Max Frech, Solothurn
      Das waren keine Christen, sondern leider Namenschristen, die mit dem Evangelium nichts, aber wirklich gar nichts zu tun hatten. Mit ihrem Handeln hatten sie das Evangelium verraten und es der Lächerlichkeit preisgegeben!
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    3. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Sie wollen uns nun sagen, dass die Menschheit seither noch keinen Schritt weitergekommen ist, nicht wahr? Sie haben absolut recht, es ist noch schlimmer geworden mit unserer "hochzivilisierten, fortschrittlichen" Gesellschaft.
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    4. Antwort von Urs Keller, Binningen
      Nun was sagt das aus ? Es ist doch so dass alle Fanatiker und Religionen ihre Macht ausüben um die historischen Stätten von andern zu zerstören, so war es auch bei den Katoliken wenn wir an die die inquisition denken. Diese IS fanatiker sind auf der Stufe der Katoliken um 1300, und sie werden es später bereuen denn die Touristen bleiben aus. Da lob ich mir mal die ungläubigen Atheisten, diese sind sehr viel weiter gediehen.
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    5. Antwort von A. Schulze, Paderborn
      @Germann. Mit Ihrer Aussage stellen Sie diese Terroristen auf eine Entwicklungsstufe wie vor einigen Jahrhunderten. Vlt ist es auch so. Heute aber werden Grabungen geführt um von alten Kulturen zu lernen. Wir haben uns halt weiterentwickelt. Demnach wird es in so einem Gottesstaat für die nächsten 300 Jahre keine Forschung möglich sein
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    6. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Szabo: Immer die gleichen Ansichten. Was bringt uns diese Erkenntnis, Herr Szabo, wenn sie uns andauernd Vergleiche mit dem christlichen Abendland auftischen, die Jahrhunderte zurück liegen? Wollen sie damit diese abscheulichen Taten des IS relativieren oder was? Auch der Islam zerstörte Kunststädte über die Jahrhunderte, seien dies Kirchen oder andere Kulturgüter gewesen. Immer und immer wieder diese Selbstanklagen, welche uns keinen Schritt weiterbringen und die meisten hier eh schon kennen.
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    7. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Man will nicht nur die Kultur und Religion zerstören, sondern die Identität auslöschen. Leider war das in allen Religionskriegen so. Und jetzt müssen wir das alles miterleben, was für uns unfassbar ist. Aber nicht vergessen, hier werden auch Menschen vertrieben und getötet. Wenn sie überleben verlieren sie auch ihre Wurzeln.
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    8. Antwort von C. Szabo, Thal
      @E. Jenni: Liegen die Zerstörung und die versuchte Auslöschung der Juden in Europa durch das NS-Regimes Jahrhunderte zurück? Oder das Flächenbombardement der Vietnamesen und ihrer Lebenskultur durch die USA? Medizinische Spätfolgen gibt es nach wie vor. Und bis jetzt keine angemessene Entschuldigung durch die Aggressoren. Es lassen sich noch etliche "kleinere" Ereignisse durch westliche/christliche Armeen aufzählen. Andere sind vlt. nicht besser, doch das waren moderne Christen.
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    9. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Szabo: Das meine ich. Das ist mir und einem grossen Teil der hier Schreibenden schon längst bekannt. Das solche Verbrechen bei uns stattfanden und die Kirche mehr oder weniger den Peinigern beistand, wissen die meisten. Nur, man kann solche Verbrechen nicht immer herbeiziehen, wenn heutige Greuel im Namen Gottes geschehen, weil es uns nichts bringt! Europa und die Kirche tun dies schon lange, indem sie sich zur Schuld gegenüber den Judenvernichtung bekennen, den Hass auf Israel aber schüren.
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    10. Antwort von B.Kocher, Zuchwil
      Wir leben in der Gegenwart und nicht in dem düsteren frühen Mittelalter!
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    11. Antwort von m.mitulla, wil
      Prsident W.Bush sagte "God Save America", als er 2003 dem Irak den Krieg erklärte - das haben viele Muslime gehört.
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    12. Antwort von Christa wüstner, Reinach
      Herr Kocher, wir leben in der Gegenwart. Um so schlimmer, dass der Mensch aus all dem nie etwas gelernt hat und die Religion immer wieder von Fanatikern zu solchen Verbrechen als Schutzmantel dient. Noch heute wie im Mittelalter muss der Glauben verteidigt werden oder im Namen des Glaubens Verbrechen ausgeführt werden.
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