Traurige Tradition: Extremisten zerstören Kulturstätten

Timbuktu, Palmyra, Ninive – schon viele wertvolle Kulturdenkmäler sind religiösen Fanatikern zum Opfer gefallen.

Mali: In Timbuktu, der Wüstenstadt im Norden, zerstören Kämpfer der islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine 2012 mehrere muslimische Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Die Islamisten begründen ihre Tat damit, dass die Stätten mit den Überresten islamischer Gelehrter der Heiligenverehrung gedient hätten. Nun hat ein Dschihadist vor dem Strafgerichtshof in Den Haag die Zerstörung von Weltkulturerbe in Mali zugeben. Es ist das erste Mal, dass eine Person aus diesem Grund vor dem Den Haager Gericht steht.

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Bereits im Juli 2012 zerstören Mitglieder von Ansar Dine in Ti...

0:20 min, vom 11.7.2012

Indien: Fanatische Hindus verwandeln 1992 die Babri-Moschee im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh in ein Trümmerfeld. Angeblich wurde die Moschee 1528 an einem Ort errichtet, wo zuvor ein Hindutempel gestanden hatte. Ayodhya gilt Hindus als eine der sieben heiligen indischen Städte. Landesweite Unruhen brechen aus, rund 2000 Menschen werden getötet.

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1992: Hindus zerstören Moschee in Ayodhya

0:30 min, vom 22.5.2015

Afghanistan: Im Bamian-Tal sprengen die radikalislamischen Taliban 2001 zwei monumentale Buddha-Statuen. Sie wurden von unbekannten Künstlern vermutlich zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert nach Christus in den Fels geschlagen und waren Zeugen der präislamischen Vergangenheit Afghanistans.

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Zerstörung der Buddha-Statuen in Bamian (2001)

1:26 min, vom 22.5.2015

Irak: Im Februar 2015 zerstört die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive Jahrtausende alte Statuen aus assyrischer Zeit. Viele von ihnen waren laut Experten echt. Die historische Stadt Nimrud südlich von Mossul sollen die Dschihadisten mit Bulldozern überfahren haben.

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IS-Terroristen als Kultur-Barbaren

2:40 min, aus Tagesschau vom 27.2.2015

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Islamist zeigt vor Internationalem Strafgerichtshof Reue

    Aus Tagesschau vom 22.8.2016

    Ein malischer Islamist zerstörte in Timbuktu zahlreiche wertvolle Kulturstätten, was ihm heute offenbar leidtut. Vor dem Internationalen Strafgerichtshof hat er das malische Volk um Vergebung gebeten. Der Prozess gilt als wichtiger Präzedenzfall.

  • Islamist bekennt sich schuldig

    Aus Tagesschau vom 22.8.2016

    Der Islamist Ahmad al Faqi al Mahdi muss sich wegen Zerstörung von Weltkulturerbe vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Er hat vor vier Jahren die Zerstörung von neun Mausoleen in der Wüstenstadt Timbuktu angeführt.