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Hunderttausende Menschen in Äthiopien vom Hungertod bedroht
Aus SRF 4 News aktuell vom 11.06.2021.
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Trauriger Rekord Äthiopien: Hunderttausende sind von Hungertod bedroht

  • In Äthiopien sind mehrere hunderttausend Menschen vom Hungertod bedroht. Mehrere UNO-Agenturen haben Alarm geschlagen.
  • So viele Betroffene in einem Land gab es seit einem Jahrzehnt nicht mehr.
  • Hintergrund ist ein Konflikt der äthiopischen Regierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), der im November eskaliert war.

Einem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen zufolge leben mehr als 350’000 Menschen in der nördlichen Region Tigray in «katastrophalen Zuständen». Das ist die höchste Stufe 5 einer internen Kategorisierung zur Nahrungsmittel-Unsicherheit.

Trauriger Rekord

Dies sei die grösste Zahl an Betroffenen in einem einzelnen Land seit einem Jahrzehnt, teilten die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, das Welternährungsprogramm und das Kinderhilfswerk Unicef mit.

Zudem befinden sich demnach zwei Millionen Menschen in der Notfallstufe 4 «und könnten ohne dringende Massnahmen schnell den Hungertod sterben.» Die UN-Agenturen machten klar, dass sie bereitstünden, um den Hunger in Äthiopien zu bekämpfen und die humanitäre Hilfe aufzustocken – allerdings müsse dafür der Zugang ins umkämpfte Tigray gewährleistet sein.

Die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield sagte in New York: «In bestimmten Gebieten ist eine Hungersnot möglicherweise schon im Gange, die das Leben von Hunderttausenden bedroht. Es ist unanständig.»

Flüchtige Menschen marschieren hintereinander.
Legende: In den letzten Monaten sind zehntausende Menschen aus Äthiopien geflohen (Archiv). Reuters

Hintergrund ist ein Konflikt, der im November eskaliert war. Die äthiopische Regierung hatte eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Zuvor gab es bereits jahrelang Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung.

Die Kämpfe im Norden Äthiopiens verwandelten sich bald in einen komplexen Konflikt, in den auch das Nachbarland Eritrea verwickelt ist. Der andauernde Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet.

SRF4 News, 11.06.2021, 6 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Traurige Bilder! Es ist skandalös, dass 3-4% der Erdbevölkerung die Hälfte der materiellen Güter im Besitz hat, die übrigen ca. 96% müssen sich in die andere Hälfte teilen. Weiter skandlös: Die Menschen im Süden müssen viel mehr unter der Klimaerwärmung leiden als wir Industrieländer, obwohl wir - mit Oelindustrie in der 3. Welt - die Hauptverantwortung für die Atmosphäre und sonst Verschmutzung tragen. Und es hat so hart, dass die Menschen hier sich zu Hilfeleitung und Klimaschutz bewegen.
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Regionalregierung im Tigray und der Zentralregierung in Adis Abeba hat mitnichten etwas mit dem zu tun, was Sie schreiben. Der Konflikt ist innenpolitisch und ideologisch begründet. Ihre Erklärungsversuche laufen deshalb völlig ins Leere!
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Natürlich sind hier grosse innere Spannungen/kriegerische Auseinandersetzungen im Gange, das stimmt. Aber: Vorher wurde das Gebiet von Kolonialisten ausgebeutet und dann nicht ohne Aufbauhilfe wieder fallen gelassen. Dann haben Sie nicht gut gelesen: Ich meine die Armut auf Erden allgemein, hat mit der ungerechten Güterverteilung global zu tun. Und Ihre Ausdruckweise "läuft ins Leere" zeigt, wie wenig Ihr Interesse für mehr soziale Gerechtigkeit ist und Sie die Ungerechtigkeit gutheissen :(.
    3. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Herr v.Känel denken Sie es ist hilfreich wenn Sie ständig betonen wie "skandalös" die Ungerechtigkeit der Güterverteilung sei was sind denn Ihre Lösungen? Es wurden schon Milliarden verschoben die scheinbar nie angekommen sind.Wir haben viele gut bezahlte Funktionäre ( z.B. UNO ) welche sich mit der Unterstützung der betroffenen Bevölkerung innenpolitisch engagieren müssten sonst laufen die Anstrengungen wirklich ins Leere wie Hr.Lang richtig bemerkte.
    4. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @UvK
      Nur zur historischen Klarstellung, Äthiopien war während sechs Jahren, zwischen 1935 und 1936 von Italien besetzt. In der gesamten übrigen Zeit gab es keine Kolonisten, keine Kolonialherren, rein gar nichts in diesem Zusammenhang! Damit ist Kolonialismus als Ursache für diesen Konflikt nicht tauglich. Für viele afrikanischen Länder ist das anders, die erlebten koloniale Ausbeutung, ausgerechnet Äthiopien nicht oder nur in sehr kleinem Ausmass!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Weltweit hungern über 800 Millionen Menschen. Armut gehört zu den strukturellen Ursachen von Hunger und führt dazu, dass Menschen hungern, weil sie sich nicht genügend Lebensmittel leisten können. Wer keinen Zugang zu Land, Wasser oder Produktionsmitteln hat, kann schnell in diese Spirale der Armut geraten. Armut und Kriege sind die Hauptgründe für Hunger. In Äthiopien hat der andauernde Konflikt bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet.
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Im Jahr 2019 wurden weltweit rund 159 Milliarden US$ an Entwicklungsländer bereitgestellt. In früheren Jahren ist es wohl nicht anders gewesen. Hunderte Milliarden sind in der Vergangenheit in Form von Projekten, Wissenstransfer, Direkthilfe, etc in Entwicklungsländer geflossen. Da stellt sich die Frage "was läuft schief".
    1. Antwort von Vale Nipo  (VNxpo)
      Der Klimawandel, liebe Leute, der Klimawandel. Wie der Biedermann verschliessen wir die Augen und merken nicht, dass es schon längst brennt.
    2. Antwort von Tim Luethi  (timluethi)
      Der Klimawandel ist nicht verantwortlich für Kriege, meist sind es Religionen.
    3. Antwort von Eveline Arnold  (EAR)
      @Luethi. Können Sie dazu eine Quelle angeben? Die Quellen, die ich kenne, bestätigen Ihre Aussage nicht.
    4. Antwort von robert mathis  (veritas)
      P.Planta es läuft offensichtlich Einiges schief wie die Erfahrung zeigt.Nach meiner Meinung muss die betroffene Bevölkerung selbst auch Veränderungen wollen und mit helfen die Lage zu verbessern mit Geld ändert man nur oberflächlich und kurzfristig Etwas falls das Geld nicht schon bei den korrupten Regierungen hängen bleibt.