Treten an Ort bei Atomgesprächen mit Iran

Seit Jahren schwelt der Konflikt um das iranische Atomprogramm. Nun plötzlich wird die Zeit knapp. Gibt es bis Juli keine Anzeichen für eine dauerhafte Lösung, droht das Abkommen zu scheitern. Statt Annäherung herrscht eher Stillstand.

Atomgespräche in Wien.

Bildlegende: Die Verhandlungsdelegationen in Wien sind noch weit von einer Lösung entfernt. Reuters

Die dritte Runde der Iran-Gespräche in Wien brachte nicht den erhofften Durchbruch. Noch im November schien eine Lösung in greifbare Nähe gerückt zu sein. Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland hatten damals vereinbart ihre Sanktionen gegen Iran zu lockern. Im Gegenzug muss das Land sein Atomprogramm einschränken.

Die 5+1-Gruppe pocht auf die Einhaltung dieser Abmachung. Teheran hingegen beharrt auf der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei sagte dem iranischen Staatsfernsehen, die iranische Delegation solle nicht jede Forderung der Gegenseite akzeptieren. Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft heisse nicht, dass der Iran auf seine Atomprojekte verzichten werde.

Öl-Deal gefährdet das Abkommen

Einer der Knackpunkte der Gespräche ist nach wie vor der fast fertiggestellte Schwerwasserreaktor Arak, in dem waffenfähiges Plutonium produziert würde. Ein weiterer möglicher Stolperstein auf dem Weg zu einer umfassenden Lösung im Atomkonflikt ist ein mögliches iranisch-russisches Ölgeschäft.

Russische Medien hatten berichtet, Teheran und Moskau hätten bei Gesprächen über iranische Öllieferungen im Wert von 20 Milliarden Dollar Fortschritte gemacht. Sollte ein solcher Deal zustande kommen, könnte dies Sanktionen nach sich ziehen, hiess es von Seiten der US-Regierung.