Trotz Verhaftung: Schatten über Ferguson

Die US-Kleinstadt kommt nicht zur Ruhe. Nachdem bei Protesten in der vergangenen Woche auf Polizisten geschossen wurde, konnte jetzt ein Verdächtiger verhaftet werden. Doch auch nach der Festnahme bleiben viele Fragen offen.

Schatten in Ferguson

Bildlegende: Nach dem Tod von Michael Brown im August letzten Jahres kommt es wieder zu Protesten in Ferguson – auch zu gewaltsamen. Keystone

In der von Unruhen geplagten US-Stadt Ferguson ist ein 20-Jähriger wegen Schüssen auf zwei Polizisten festgenommen worden. Der Verdächtige habe die Beamten vergangene Woche aber möglicherweise gar nicht treffen wollen, teilte der Staatsanwalt von St. Louis County mit.

Der festgenommene Afroamerikaner habe in Verhören von einem Disput mit anderen gesprochen, auf die er am vergangenen Mittwoch gezielt habe. Die Polizisten habe er demnach nur irrtümlich getroffen.

Die dem 20-Jährigen angelasteten Schüsse waren am Ende einer Demonstration vor der Polizeiwache in Ferguson gefallen. Der Mann habe aus einem Auto heraus geschossen. Die beiden Polizisten erholen sich zurzeit von ihren Schussverletzungen im Gesicht und an der Schulter.

Hinweise zur Verhaftung aus Bevölkerung

Ferguson, eine Vorstadt von St. Louis, war im August vergangenen Jahres in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Damals hatte ein weisser Polizist den unbewaffneten dunkelhäutigen Teenager Michael Brown erschossen.

Seitdem kam es in Ferguson wiederholt zu Unruhen und Demonstrationen. Erst kürzlich hatte das Justizministerium der örtlichen Polizei weit verbreitete rassistische Diskriminierung gegen Afroamerikaner vorgeworfen.

Als positiv hob der Staatsanwalt hervor, dass die Festnahme des 20-Jährigen dank Hinweisen aus der – überwiegend schwarzen – Bevölkerung gelang. Auch scharfe Kritiker der Polizeipraktiken in Ferguson hatten die Schüsse verurteilt, so etwa die Eltern von Michael Brown.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Polizei von Ferguson hat Bürgerrechte verletzt

    Aus Tagesschau vom 4.3.2015

    Nach dem Tod eines schwarzen Teenagers im Sommer 2014 erhebt das US-Justizministerium schwere Vorwürfe gegen die Polizei von Ferguson. Sie habe sich gegen die mehrheitlich schwarze Bevölkerung rassistisch verhalten und damit gegen Recht verstossen.