Zerwürfnis am Telefon Trump soll gegen Australiens Premier ausfällig geworden sein

Der US-Präsident soll das Gespräch im Streit abrupt beendet haben. Der australische Regierungschef widerspricht.

Donald Trump im Weissen Haus im Oval Office während eines Telefongesprächs.

Bildlegende: Donald Trump soll am Telefon mit dem australischen Ministerpräsident nicht zimperlich umgesprungen sein. Reuters

  • Donald Trump soll während eines Telefongesprächs mit dem australischen Ministerpräsidenten Malcom Turnbull ausfällig geworden sein.
  • Trump habe das als einstündig geplante Telefonat bereits nach 25 Minuten abrupt beendet. Das berichtet die «Washington Post» unter Berufung auf Quellen im Weissen Haus.
  • Der australische Ministerpräsident Turnbull bestritt diese Darstellung in einem Interview. Zu den Inhalten des Gesprächs wollte sich der Premier jedoch nicht weiter äussern.

Das Weisse Haus äusserte sich nicht zum Artikel. Donald Trump bestätigte den Vorfall mit einem Tweet indirekt selbst. «Die Obama-Regierung hat sich bereit erklärt, tausende illegale Einwanderer von Australien zu übernehmen. Wieso? Ich werde diesen dummen Deal unter die Lupe nehmen».

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Streit um Besucherzahlen bei der Inauguration

1:18 min, vom 22.1.2017

Donald Trump empört sich, weil sich die USA verpflichteten, 1250 Flüchtlinge aus einem australischen Lager auf Papua Neuginea aufzunehmen. Dort leben 2500 Menschen unter erbärmlichen Bedingungen – darunter Flüchtlinge aus dem Iran oder Irak. Am Dienstag teilte das Weisse Haus noch mit, die USA würden die Vereinbarung einhalten.

Bereits das Telefonat zwischen Trump und Mexikos Präsidenten Nieto soll seltsam verlaufen sein: Der US-Präsident soll dabei mit der seiner Ansicht vielen Zuschauern während der Amtseinführung geprahlt haben.

Donald Trump krebst zurück

Die US-Regierung hat ihre Einreisesperre für sogenannte «Green-Card»-Besitzer gelockert: Demnach müssen Inhaber von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen in Zukunft vor ihrer Einreise in die USA keine Sonderfreigabe mehr beantragen. Das teilte das Washingtoner Präsidialamt gestern mit. Damit weicht die neue US-Regierung von ihrer ursprünglichen Bestimmung ab. Ursprünglich galt das vorübergehende Einreiseverbot für Personen aus sieben muslimischen Ländern ebenfalls für Green-Card-Besitzer. Um doch in die USA einreisen zu dürfen, hätten sie eine Sondergenehmigung beantragen müssen. Zur Erinnerung: Donald Trump hatte letzte Woche per Dekret veranlasst, Visa für Staatsbürger aus dem Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien für 90 Tage auszusetzen. Die Regierung begründete die Massnahme damit, die Bevölkerung vor Terroranschlägen zu schützen. Allerdings stammte keiner der Terroristen, die in den vergangenen Jahren einen Anschlag in den USA verübten, aus den sanktionierten Staaten.