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Nato-Gipfel in Brüssel Trump war nicht versöhnlich, sondern spaltend

Am Nato-Gipfel haben praktisch alle ein klares Bekenntnis des US-Präsidenten zur Militärallianz erwartet. Herausgekommen ist das Gegenteil. Eine Analyse von SRF-Korrespondent Fredy Gsteiger.

Legende: Video «Trump liest Europa die Leviten» abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.05.2017.

Aus der Luft symbolisiert das neue Nato-Hauptquartier in Brüssel zwei Hände, deren Finger vertrauensvoll ineinandergreifen. Gemeint ist damit die Partnerschaft zwischen Nordamerika und Europa. Bloss mit dem Vertrauen ist es seit US-Präsident Donald Trumps Amtsantritt nicht weit her.

Legende: Video «US-Präsident räumt die erste Reihe für sich frei» abspielen. Laufzeit 0:06 Minuten.
Vom 26.05.2017.

Kein Bekenntnis zum Kernauftrag

Mit seinem schulmeisterlichen Auftritt am Nato-Gipfel hat Trump die Bündnispartner vor den Kopf gestossen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg versuchte spätabends vergeblich, die Wogen zu glätten.

Er erklärte, der US-Präsident habe sich entschieden zur Bündnispflicht bekannt und damit zum Kernauftrag der Nato, wonach ein Mitgliedsland, das angegriffen wird, von allen andern ohne Wenn und Aber verteidigt wird.

Genau das hatte Trump aber eben nicht gesagt. Was in Moskau zweifellos mit Interesse und Genugtuung registriert wird.

Zugeständnisse waren umsonst

Trumps Worte waren nicht versöhnlich, sondern spaltend. Er beharrte darauf, dass die meisten Mitgliedsländer zu wenig in ihre Verteidigung investierten, und das zulasten der US-Steuerzahler. Zudem stellte der US-Präsident zumindest zum Teil haltlose Forderungen.

Seine Amtskollegen und -kolleginnen wirkten betreten. Sie waren davon ausgegangen, Trump weit entgegengekommen zu sein – nicht nur in der Finanzfrage, sondern auch mit der stärkeren Fokussierung des Bündnisses auf den Kampf gegen Terrorismus und dem Beitritt zur Koalition gegen die Terrormiliz IS.

Merkel sieht keinen Handlungsbedarf

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel machte klar, man lasse sich nicht einfach an der Höhe des Verteidigungsetats messen. Entscheidend sei, dass nicht nur zähle, was man zahle, sondern auch wofür man die Mittel ausgebe, und wie sehr man sich an Nato-Engagements beteilige. Deutschland müsse sich da nicht schämen.

Als Ergebnis des Nato-Gipfels bleibt die Erkenntnis, dass sich Trump um Gepflogenheiten foutiert, dass er unberechenbar bleibt und die Einigkeit der Nato zurzeit brüchig ist. Das sind keine guten Voraussetzungen für den nächsten grossen Gipfel, den der G7, der heute beginnt.

Fredy Gsteiger

Portrait von Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St.Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» und Chefredaktor der «Weltwoche».

73 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Wer dich liebt -der prügelt dich !
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      was sich neckt, das liebt sich
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  • Kommentar von elize naude (elize)
    ein unberechenbare selbstdarsteller pubertierende erwachsene die soviel macht hat, ist gefährlich für sich und sein umwelt...
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  • Kommentar von Laurens Helmke (ptaskde)
    Erschreckend, wie viele hier in den Kommentaren noch Verständnis für Trump zeigen. Klar gibt es Schwierigkeiten in der Nato, die lassen sich durch einmal auf den Tisch hauen und völlig aus der Luft gegfriffene Forderungen stellen aber nicht lösen. Trumps Unberechenbarkeit, die er selbst und seine Unterstützer ja so abfeiern, ist Gift für die Weltpolitik, schafft Unsicherheit & Spaltung. Es braucht Politiker, die mit Enthusiasmus aber auch der nötigen Besonnenheit die Probleme unserer Zeit lösen.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Politiker wie Obama, in dessen Amtszeit die Terrorgefahr anstieg und unter dem die Gefahr eines Krieges, auch eines atomar geführten, gegen Russland wie noch nie anstieg? Politiker wie Clinton, welche diese Politik weitergeführt hätte? Wie europäische Politiker, welche diese Eskalation händeklatschend geschehen liessen? Wie ein US-Geheimdienstschef, der in Syrien russische Soldaten töten wollte? Unter den Irren in der Politik ist Trump der harmlosere! So steht es leider heute um den Westen.
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    2. Antwort von u. Felber (Keule)
      ach kommen sie, Bernoulli, der Russe im Kreml ist kein haar weniger Korrupt wie der gesamte Rest der globalen Polit-Gang. Der im Kreml macht sich gerade mit dem Umsiedeln und Neubau Projekt in Moskau die Taschen voll, möchte nicht wissen, wie viel opostitionelle hier wieder ``entsorgt``werden...
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