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US-Präsident bleibt stur Trump will Steuerunterlagen geheim halten

Zu sehen Donal Trump.
Legende: Im Wahlkampf hatte Trump noch gesagt, er werde seine Steuererklärung veröffentlichen. Keystone
  • US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben seiner Beraterin Kellyanne Conway, seine Steuerunterlagen weiterhin nicht veröffentlichen.
  • Damit weicht Trump von Wahlkampf-Äusserungen ab. Damals hatte er eine Steuerprüfung als Grund für seine Weigerung angeführt, seine Steuererklärungen offenzulegen.
  • Conway behauptete in einem Interview, dass die Angelegenheit die Bürger auch gar nicht kümmere.

US-Präsident Donald Trump plant nach Angaben seiner Beraterin Kellyanne Conway nicht, seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen. «Die Antwort des Weissen Hauses ist, dass er seine Steuererklärung nicht veröffentlichen wird», sagte Conway dem Sender ABC am Sonntag (Ortszeit).

«Es hat die Leute nicht interessiert. Sie haben ihn gewählt, und lassen Sie mich das sehr klar machen: Die meisten Amerikaner konzentrieren sich darauf, wie ihre eigenen Steuererklärungen während Trumps Amtszeit aussehen werden – nicht wie seine aussehen», sagte Conway.

Die Spitzenberaterin relativierte ihre Äusserungen später: «Unsere Position aus dem Wahlkampf hat sich nicht geändert. Er wird einer Steuerprüfung unterzogen, und der Rat von Steuerberatern und Anwälten ist, sie (derzeit) nicht zu veröffentlichen.» Conway liess damit offen, ob Trump sie nach Abschluss der Steuerprüfung offenlegen wird.

Als Donald Duck verkleideter Demonstrant
Legende: Immer Ärger mit der Steuererklärung: Im Wahlkampf drückte sich Trump mit Ausflüchten um deren Veröffentlichung. Reuters

Interesse besteht

Trump ist nach Angaben des Fernsehsenders CNN der einzige Präsidentschaftskandidat der grossen Parteien seit 1972, der seine Steuererklärung nicht publik gemacht hat. «Die einzigen, die sich um meine Steuererklärung kümmern, sind Reporter, Ok?», sagte Trump während seiner Pressekonferenz am 11. Januar.

Die Äusserungen stehen in deutlichem Widerspruch zu einer jüngsten Umfrage von «Washington Post» und ABC, der zufolge 74 Prozent der Amerikaner meinen, dass der milliardenschwere Ex-Immobilienunternehmer seine Steuerunterlagen veröffentlichen sollte. Ausserdem haben bislang mehr als 200'000 Menschen eine diesbezügliche Petition unterzeichnet.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks kritisierte unterdessen den Rückzieher des Präsidenten: «Trumps Verletzung seines Versprechens hinsichtlich der Veröffentlichung seiner Steuererklärung ist noch weniger begründet als (Hillary) Clintons Verheimlichung ihrer Goldman Sachs-Abschriften», schrieb Wikileaks am Sonntag auf Twitter.

Damit beziehen sich die Enthüller auf angebliche Abschriften von drei hoch bezahlten Reden, die Trumps Gegnerin im Präsidentenwahlkampf vor Vertretern der Investmentbank gehalten hat. Wikileaks hatte die Texte veröffentlicht.

Zudem baten die Aktivisten um die Zusendung von Trumps Steuererklärung, damit sie auf der Plattform veröffentlicht werden könne.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es ist doch völlig lächerlich von denen, die die Steuerunterlagen von Trump sehen wollen. Wie wäre es denn, wenn alle Politiker auf der Welt ihre Steuerunterlagen zeigen müssten? Diejenigen die das sehen müssen, sind die Steuerämter, und die haben diese Unterlagen auch von Trump. Wie blöd will die Menschheit noch werden?
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Völlig lächerlich ist Ihr Vergleich mit "allen Politikern auf der Welt". Hier geht es um den Präsidenten der USA, in denen eine Offenlegung für diese Leute Usus ist. - Wenn Sie wie andernorts so gerne die eigenen Gepflogenheiten hochhalten, so müssten Sie das auch in den USA einfordern. Alles andere ist reiner Opportunismus: Tatsachenauslegung nach eigenem Gutdünken und Nutzen.
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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Herr Trump ist schlau. Er weiss, dass seine Wähler über die Zahlen auf seiner Steuerdeklaration erschrecken würden. Wo nur Nullen sind ist nichts zu holen. Man kann trotzdem im Prunk leben. Deshalb lässt er es bleiben.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Wenn Wiki-Leaks den Vorwurf abschwächen will, dass sie sich einseitig von Rusland instrumentalisieren liessen im US-Wahlkampf sollten sie schleunigst diese Steuerunterlagen veröffentlichen. Insbesondere die Namen der Geldgeber der verschiedenen Pletefirmen wären zu nennen.
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