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Trumps Dekret zur Immigraton Trump zeigt sich von Empörung unbeeindruckt

Legende: Video Einreisestopp in USA: Das ist passiert abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Richterin in New York hat die umstrittenen neuen Einreisesperren in die USA, die Präsident Donald Trump eingeführt hatte, zum Teil aufgehoben.
  • Der Gerichtsentscheid gilt landesweit und für alle Menschen, die seit Freitag nach ihrer Ankunft in den USA festgehalten wurden.
  • Die betroffenen Reisenden dürfen vorerst nicht zurückgeschickt werden, wenn sie über ein gültiges Visum verfügen oder im Besitz einer Green Card sind.
  • Ansonsten bleibt das Dekret von Präsident Trump gültig: Wer aus sieben mehrheitlich islamischen Ländern stammt, darf weiterhin nicht in die USA fliegen.

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten und Flüchtlinge international Kritik und Verunsicherung
ausgelöst. Auch enge Verbündete der USA wie Kanzlerin Angela
Merkel und die britische Premierministerin Theresa May äusserten
am Wochenende ihre Missbilligung.

Legende: Video Peter Düggeli zum Einreisestopp abspielen. Laufzeit 2:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.01.2017.

Ob Dekret gegen die Verfassung verstosse, ist offen

Zunächst stiess der Erlass aber in den USA selbst auf juristische Hürden. Bundesrichterin Ann Donnelly hatte am Samstagabend verfügt, dass keiner der betroffenen Muslime ausgewiesen werden darf, sofern er eine gültige Einreiseerlaubnis für die USA besitzt. Damit hätten bis zu 200 festgehaltene Menschen das Recht, in den USA zu bleiben.

Donnelly argumentierte, den Betroffenen drohe «erheblicher und nicht wieder gutzumachender Schaden», sollten sie in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Ob Trumps Dekret gegen die US-Verfassung verstösst, liess die Richterin in der Eilentscheidung offen. Für Februar setzte sie eine weitere Anhörung an.

Green-Card-Besitzer betroffen

Aufgrund des neuen Einreiseverbots werden Dutzende Betroffene derzeit an US-Flughäfen festgehalten, darunter auch solche im Besitz einer Green Card, einer zeitlich unbeschränkten Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für die USA.

Ihre genaue Zahl war zunächst unklar – die «New York Times» sprach von 100 bis 200 Betroffenen –, deshalb forderte Richterin Donnelly von der Regierung eine Liste von allen an den Flughäfen blockierten Reisenden und Flüchtlingen.

Im US-Bundesstaat Virginia fällte unterdessen eine weitere Bundesrichterin ein ähnliches Urteil, wie die Lokalzeitung «The Charlotte Observer» berichtete. Es betraf demnach ausschliesslich die Passagiere, die auf dem Flughafen Dulles bei Washington festgehalten werden.

Bürgerrechtsbewegungen in den Startlöchern

Die Bürgerrechtsbewegungen halten den Einreisestopp für diskriminierend und verfassungswidrig, da er auch Reisende und Flüchtlinge betrifft, die über gültige Papiere verfügen. Nach ihrer Auffassung darf die Regierung nicht nachträglich die Einreisegenehmigungen für ungültig erklären.

Sie rechnen mit einem langen Weg durch alle Instanzen – möglicherweise bis zum Obersten Gericht. Den Entscheid von Bundesrichterin Donnelly verbuchen sie auf Twitter derweil als ersten Teilsieg.

Legende: Video «Du baust Mauern, wir reissen sie ein» abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Vom 29.01.2017.

Demonstrationen an Flughäfen

Tausende Menschen haben an Flughäfen in mehreren US-Städten gegen den von Präsident Donald Trump verhängten Einreisestopp demonstriert. Allein am Kennedy-Airport in New York protestierten mehr als tausend Demonstranten gegen das Dekret.

Sie blockierten die Zufahrt zum Terminal 4 des Flughafens, Polizisten liessen nur noch Reisende mit Flugtickets ins Gebäude. Auch in Metropolen wie Washington, Los Angeles, San Francisco, Chicago und Dallas gab es Demonstrationen.

58 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Trump ist von garnichts beeindruck, weil er keine Empathie besitzt! Bisher ist Ihm kein freundliches Wort an seine Bevölkerung über die Lippen gekommen, obwohl es während der letzten Wochen schon Tote und Verletzte Amerikaner durch die schweren Unwetter gegeben hat!
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  • Kommentar von Hans Burri (BUR)
    Wenn einmal die ersten Republikaner im Kongress von Trump abfallen und sich gegen ihn wenden werden - was spätestens in einem halben Jahr der Fall sein dürfte - so ist die Zeit für die Einleitung des (notwendigen) impeachments gekommen.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Haben sich all die «Trumpianer» auch schon einmal gefragt, weshalb dieses Dekret nicht auch Saudi Arabien als wohl grössten «Terroristenpool» einschließt? Oder was ist mit Staaten wie Niger, Mauretanien,Algerien, Mali usw.? All diese Länder haben Ableger radikaler Kräfte. Ich werde den Verdacht nichts los, dass Trump sich in der weltpolitischen Agenda kaum auskennt, was die Vermutung erhärtet, dass er seine Informationen aus irgend einem «Klatschheftli» bezieht (leicht ironisch zu verstehen).
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