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Trump zur Lage der Nation Trump lobt eigene Wirtschaftsbilanz

Legende: Audio Alfred Mettler zur «State of the Union»-Rede von Donald Trump abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
2:19 min, aus HeuteMorgen vom 31.01.2018.

Was bleibt von der ersten «State of the Union»-Rede von US-Präsident Donald Trump? Der Schweizer Ökonom Alfred Mettler gilt als Trump-Kritiker. Ihm ist aufgefallen, dass sich Trump weit gesitteter als sonst gab. Mettler ist aber überzeugt, dass der US-Präsident trotz der zuletzt moderateren Töne bald wieder den Haudrauf geben wird.

Alfred Mettler

Alfred Mettler

Der Ökonom Alfred Mettler ist Finanzprofessor an der Universität von Miami. Er lebt seit 1998 in den USA, kennt aber auch den Finanzplatz Schweiz: Früher arbeitete Mettler am Bankeninstitut der Universität Zürich.

SRF News: Abgesehen davon, dass kaum Neues kam, was ist Ihnen aus Wirtschaftsperspektive aufgefallen?

Alfred Mettler: Es ist aufgefallen, dass er alle positiven wirtschaftlichen Aspekte klar herausgestrichen hat: Mehr Jobs, höhere Löhne, der Aktienmarkt boomt, man hat die Steuerreform durchgebracht. Trump hat sich diese positiven Punkte natürlich selber zugeschrieben, wie das so gemacht wird an einer «State of the Union».

Trump wird bleiben, was und wer er ist.
Autor: Alfred MettlerÖkonom

Von daher hat Trump einen sehr guten Job gemacht. Das ist genau die Aufgabe des Präsidenten: Positive Dinge darstellen, negative vielleicht auch mal weglassen.

Es gab viele Punkte, die Trump hätte erwähnen können, vielleicht sogar müssen. Stichwort Gouvernment Shutdown oder Altersvorsorge. Um diese komplexen Themen hat der US-Präsident aber einen Bogen gemacht. Warum?

Diese Probleme sind einerseits tatsächlich komplex, andererseits haben sie langfristige Auswirkungen. Die Themen kann man nicht in einem Satz erklären und sie sind auch nicht nur positiv. Man müsste sehr in die Details gehen und es wäre auch ein Stück unangenehm darzustellen, wo die Probleme schlussendlich liegen.

Am WEF in Davos haben wir einen fast versöhnlichen Aussenpolitiker Trump gesehen. Jetzt sehen wir einen ähnlich wirkenden Innenpolitiker. Erleben wir einen neuen Trump?

Ich bin überzeugt, dass sich Donald Trump nicht ändern wird und das auch nicht kann. Trump ist aber ein begnadeter Schauspieler und kann verschiedene Rollen spielen. Wir haben eine dieser Rollen am WEF und eine sehr ähnliche hat er jetzt auch gespielt. Das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Es wird nicht lange dauern, bis wir wieder den Trump sehen, wie wir ihn kennen. Er wird bleiben, was und wer er ist.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Andreas Meier (Epikur)
    Wenn seine tatsächlichen Erfolge so gross wären, wie sein Maul, würden die USA in Gold und Geld und `Winning` ersaufen. Leider ist dem nicht so. Er profitiert von Obamas Wirtschaftsrettung. Die Krise, erst durch Clinton verursacht, und dann durch Bush potenziert, wurde von Obama gelöst. Seine `Deals` nur Schall und Rauch. Das Billionen Dollar Abkommen mit den Saudis? Ein PR Gag. Die 350 Milliarden Apple-Investitionen? Lediglich alle Löhne und normale Ausgaben er nächsten 5 Jahre aufsummiert.
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