Truppe der Vereinten Nationen übernimmt in Mali

UNO-Blauhelme sollen ab Juli die politische Stabilität in Mali sichern. Der Sicherheitsrat will dazu 12'000 Soldaten und Polizisten in das von islamistischen Rebellen bedrohte westafrikanische Land entsenden.

Soldaten aus Burkina Faso in Timbuktu

Bildlegende: UNO-Truppe soll Mali stabilisieren Blauhelme übernehmen Aufgaben der afrikanischen Eingreiftruppe (im Bild Soldaten aus Burkina Faso in Timbuktu) Reuters

Seit Monaten hatten Frankreich und die Afrikanische Union darauf gedrängt, jetzt ist es entschieden: Der UNO-Sicherheitsrat schickt eine Truppe nach Mali. Mit mehr als 12'000 Mann soll sie gegen islamistische Aufständische vorgehen.

Ab Juli sollen die Blauhelme die afrikanische Eingreiftruppe im Land ersetzen.  Die Soldaten sollten auch «aktiv dagegen vorgehen», dass bewaffnete Aufständische in bereits gesicherte Gebiete zurückkehren, heisst es in der Resolution. Das Mandat gilt für 11'200 Soldaten und 1440 Polizisten.

Fragezeichen bleiben

Patrik Wülser, der Afrika-Korrespondent von Radio SRF, sagt: «Das Mandat ist noch ziemlich diffus formuliert». Offiziell entsendet die UNO eine Friedenstruppe. Doch in Mali besteht derzeit gar kein Friedensabkommen, das es zu sichern gilt.


Einschätzung von Patrik Wülser, Nairobi.

3:27 min, aus SRF 4 News aktuell vom 26.04.2013

Die Blauhelme sollen laut Wülser den Boden für eine politische Lösung legen. Denn zum Beginn des Einsatzes im Juli plane Mali Parlaments- und Präsidentenwahlen.

Frankreichs Präsident François Hollande spricht von einer wichtigen Entscheidung des Sicherheitsrates. Er betont die Rolle der Einheiten aus Frankreich, Mali und benachbarten Ländern im Kampf gegen terroristische Gruppen. Die Terroristen hätten die Existenz Malis bedroht.

Ein französischer Erfolg

Paris übergibt damit die Verantwortung an die Weltgemeinschaft. Aus französischer Sicht kann das Eingreifen in Mali als Erfolg verbucht werden: «Die etwa 4000 Soldaten haben das Land stabilisiert und verhindert, dass die Islamisten in die Hauptstadt vorgedrungen sind», sagt Wülser. Zudem hege die malische Bevölkerung eine grosse Sympathie gegenüber dem Einsatz.

Den französischen Soldaten zur Seite stehen Truppen aus Mali und mehreren anderen afrikanischen Ländern. Das grösste Kontingent innerhalb der afrikanischen Eingreiftruppe stellt der Tschad. Gegen Ende des Jahres sollen nur noch 1000 französische Soldaten in Mali stationiert sein.