Truppen rücken auf Timbuktu vor

Malier und Franzosen rücken weiter gemeinsam Richtung Norden vor. Wichtige Städte wurden bereits eingenommen. Die Eroberung der wichtigen Wüstenstadt Timbuktu steht offenbar kurz bevor.

Zwei Wochen nach dem Eingreifen der französischen Armee in Mali stehen die Truppen offenbar kurz vor dem Einmarsch in die historische Wüstenstadt Timbuktu. Ein Augenzeuge erklärte am Mittag, ein Konvoi aus Hunderten Fahrzeugen bewege sich vom nahe liegenden Ort Lere aus auf die Stadt zu. «Unsere Truppen haben versprochen, dass sie heute Abend in Timbuktu schlafen gehen werden», sagte ein Soldat, der keine weiteren Informationen geben wollte.
 
Kampfjets hatten bereits vor wenigen Tagen Stellungen der Islamisten in dem Gebiet angegriffen. Die Angriffe galten Stützpunkten der AQMI-Milizen (Al-Kaida im Islamischen Maghreb).

Bereits am Donnerstag hatten malische und französische Soldaten nach Angaben von Militärsprecher Diarran Kone die Stadt Hombori zurückerobert, die zuvor in den Händen von Islamisten war. Der Ort liegt 160 Kilometer südlich der strategischen Stadt Gao. «Wir sind in Hombori und wir werden weiter voranmarschieren», sagte der malische Oberst.

Nach Vorwürfen schwerer Menschenrechtsverletzungen durch malische Soldaten versprach Verteidigungsminister Yamoussa Camara, die Täter zu bestrafen. «Wir werden es nicht einer Minderheit der Soldaten erlauben, das Image der gesamten Armee zu beschmutzen», erklärte er im staatlichen Radio.

Menschenrechtsorganisationen hatten Soldaten beschuldigt, in Sévaré, Mopti, Niono und anderen Orten zahlreiche Verdächtige umgebracht und Frauen vergewaltigt zu haben.

Tausende auf der Flucht

Nach jüngsten Angaben des UNO-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) sind seit Beginn des Konflikts in Nord-Mali im März 2012 rund 150'000 Menschen in die Nachbarländer Mauretanien, Niger und Burkina Faso geflüchtet. Etwa 230'000 sind in Mali auf der Flucht.

Allein in der Hauptstadt Bamako im Süden des Landes haben 50'000 Menschen Zuflucht gesucht. Sie leben grösstenteils unter ärmsten Bedingungen und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, Schulbildung oder ärztlicher Betreuung.